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Alles über die Hörspiele


Teile des Textes und Inhaltes dieser Seite waren ursprünglich auf dem Homepageprojekt pumuckl-im-radio.de zu finden. Diese Webseite wurde leider Anfang 2010 geschlossen. Netter Weise hat uns aber der Autor, Florian Mattes [fm], seine Inhalte zur Verfügung gestellt, so dass sie auch weiterhin im Netz auffindbar sind.


Pumuckls Entstehung
  1. Radiofolgen mit Franz Fröhlich (1962-1964)
    Immer dieser Fizzibitz (WDR, 1963-1966)
      Schweizer Hörspielfassung (1982-1993)
        2. Radiofolgen mit Alfred Pongratz (1965-1973)
          LP-Versionen (1969-1978)
            MC-Versionen mit Gustl Bayrhammer (1982 - ca.1986)

Info-Quellen und Links:
  • Private Emails, Gespräche und Recherchen
  • Autobiographie: Ellis Kaut, "Nur ich sag ich zu mir - Mein Leben mit und ohne Pumuckl", LangenMüller, 2009
  • Buch: Gustl Bayrhammer - Das Herz gehört dazu. Sein Leben aufgezeichnet von Manfred Glück. Ullstein, 1994
  • Buch: Hans Clarin - Durchgeblättert, Autobiographie in Zusammenarbeit mit Manfred Glück. Knaus, 1995
  • Artikel: Wo der Meister Eder wirklich werkelte, TZ, 2004
  • Sendung zu Pumuckls 50. Geburtstag auf BR2, 19.02.2012 von Tanja Gronde
  • Presseberichte des BR zum TV-Serienstart 1982 und 1988
  • Hörspielcover
  • SZ-Interview mit Ellis Kaut zum Tod von Hans Clarin
  • Radioprogramm, Süddeutsche Zeitung, 1962-1965
  • Recherchen des Historischen Archives des BR (mit bestem Dank an die dortigen Mitarbeiter, sowie Torsten R. für die Vermittlung)
  • Konkordanz - Ein tabellarischer Vergleich der verschiedenen Hörspiel-Veröffentlichungsreihen von Meister Eder und sein Pumuckl, einschließlich Coverabbildungen.
  • Die Hörspielhelden - Die ultimative Webseite über Hörspiele und was sie zum Kult macht.
  • Pumuckl feiert 50. Geburtstag. Artikel bei tz-online
  • Programmvorschau-Dokumente des BR zur Wiederholung von Pumucklfolgen im "Radiosommer" 2005-2010
 Pumuckls Entstehung, Geschichte und Geschichten vor


Im Sommer 1961 war der Bayerische Rundfunk für sein Kinderradioprogramm auf der Suche nach einem neuen Hörspiel. Die leitende Redakteurin, Frau Candida Franck, kam damit auch auf Ellis Kaut zu, die bis dahin über hundert Hörspielepisoden mit dem Kater Musch für den BR geschrieben hatte. Ellis Kaut fiel auf der Suche nach einer Idee als erstes der Name Pumuckl ein, mit dem ihr Mann sie im vorigen Winterurlaub betitelt hatte, als sie ihm neckisch Schnee von einem Ast in den Kragen fallen ließ. Schnell wurde aus dem Namen ein Kobold, der bei einem Schreiner lebt. Für das Ambiente der Schreinerei stand Adolf Nadler Pate, der bis in die 1960er Jahre eine Schreinerei in der Kanalstraße betrieb, dort wo heute der Altstadtring in München verläuft. Genau wie in den Geschichten, wohnte er über seiner Werkstatt in einem Hinterhof mit Kastanienbaum. Diesen Schreiner kannte Ellis Kaut bereits seid ihrer Kindheit und ließ später auch das ein oder andere Möbelstück bei ihm fertigen. Der Name Eder kam wohl bei Überlegungen innerhalb der BR-Kinderredaktion auf, da er weder zu häufig noch zu ungewöhnlich war und auch bis dato mit nichts in Verbindung gebracht wurde.
manuskript
Originalmanuskript des ersten Pumuckl-Hörspiels. Foto: BR / Goossens
Nachdem Rahmen und der erste Plot feststanden war die wichtigste Frage, wie so ein Kobold klingt, und wer das sprechen könnte. Daraufhin wurde im Tonarchiv des BR gekramt und probegehört. Als man dabei über eine Aufnahme stolperte in der Hans Clarin Die kleine Hexe von Ottfried Preußer las, war die Suche an ihrem Ziel angekommen. Der bayerische Schauspieler Franz Fröhlich übernahm die Rolle des Meister Eder. Ellis Kaut bescheinigte ihm viele Jahrzehnte später in einem Interview einmal eine massive bayerische Handwerkersprache und sagt auch, dass sie ihm den Eder teilweise tatsächlich auf den Leib geschrieben hätte.
Radiopremiere war dann am Mittwoch den 21.02.1962, 15:45h im ersten Programm des Bayerischen Rundfunks. Die zweite Folge kam vier Wochen später, am 21. März. Laut der Autobiografie von Hans Clarin war der BR nicht wirklich überzeugt von dem Skript und hatte ursprünglich nur diese beiden Folgen geplant gehabt. Aus den damals aber ganz neu ins Leben gerufenen Infratest-Umfragen sah man jedoch, dass das Hörspiel bei den Hörern sehr gut ankam und so wurde weiterproduziert. Möglicherweise erklärt das auch, warum die dritte Folge erst nach einem Monat Pause (16. Mai 1962) ins Programm kam. Die weiteren Geschichten folgten von da ab dann stets weiter im Abstand von 4 Wochen. Wahrscheinlich aufgrund des großen Erfolgs wurde die Serie ab 19.05.1963 auf den Sonntags-Sendeplatz des Kinderprogramms verlegt: um 13:30h im zweiten Programm des BR. Dauerten die Sendungen bis dahin knapp 20 bis 25 Minuten, so hatten sie auf diesem Sendeplatz dauerhaft 30 Minuten Sendezeit zur Verfügung.

Die Hörspielreihe fand auch Anklang beim WDR, war der dortigen Redaktion verständlicher Weise aber zu bayerisch, so dass man sich entschloss, eine eigene Version zu produzieren. Über das resultierende Hörspiel Immer dieser Fizzibitz (1963-1966) berichten wir auf einer eigenen Seite.
 Die erste Radio-"Staffel" (1962-1964) vor


Von den ursprünglichen Pumuckl-Radiofolgen mit Franz Fröhlich als Meister Eder existieren heute leider nur noch ganz wenige. Im Archiv des BR blieben nur die beiden Folgen Pumuckl und der Schmutz (16. Februar 1964) und Pumuckl und die Gummi-Ente (beschriftet mit 'Folge 29' und 'Mai 1964', was wohl Produktionszeitpunkt und Nummer angibt, da diese Folge am 12.07.1964 gesendet wurde) erhalten. Der Legende nach wurden die anderen Aufnahmen bei einer Aufräumaktion oder auch auf der Suche nach neu bespielbaren Bändern versehentlich vernichtet, da die Kiste "nur" mit Kinderprogramm beschriftet war. In der Jubiläumsradiosendung zu Pumuckls 50. Geburtstag erzählt Archivar Klaus Weisenbach, dass es früher durchaus üblich gewesen sei, dass gerade Hörspielaufnahmen nach der Sendung wieder mit Neuem überspielt worden seien. Wiederholungen seien damals noch kein Thema gewesen und bei Bedarf hätte man die Geschichten einfach nochmal aufnehmen können - was mit den Pumucklgeschichten dann ja auch später geschah. (Da schimmerte damals vielleicht noch der Geist der live-Hörspielsendungen früherer Jahre durch.) Möglicherweise seien die beiden oben genannten Folgen absichtlich als dokumentatorische Einzelstücke aus verschiedenen Produktionszeiträumen aufgehoben worden ... zusammen mit der ersten Folge Spuk in der Werkstatt, (gesendet 21. Februar 1962). So ganz schlüssig ist diese Erklärung, dass die Löschung oder Entsorgung kein Versehen sondern geplant war nicht, denn in der Tat sind Aufnahmen mit Franz Fröhlich nach dessen Tod durchaus wiederholt worden, bevor mit Alfred Pongratz neue aufgenommen wurden (siehe Sendeliste). Außerdem wissen wir aus einem anderen Beitrag im BR, sowie weiteren Quellen, dass die Aufnahme von Spuk in der Werkstatt nicht aus dem Archiv des BR sondern als Mikrofon-Tonband-Aufnahme von einem Hörer stammt. Neben den bisher genannten Folgen existieren desweiteren Hörermitschnitte von Die geheimnisvolle Schiffschaukel und Der Wellensittich.

Welche und wie viele weitere Folgen mit Franz Fröhlich produziert wurden, konnte lange Zeit nur vermutet werden. Auch beim BR lag keine derartige Liste vor. Mit einigen Tagen Recherche konnten wir jedoch anhand des Radioprogrammes in der Süddeutschen Zeitung (Mikrofilmarchiv) die Sendedaten für 1962 bis 1965 zusammenstellen. Zu unserer großen Freude fanden sich dabei auch bereits etlich der Folgentitel wieder. Torsten Reck sandte die Liste der Datumsangaben an das historische Archiv des BR, wo dann tatsächlich die weiteren Titel zu den Sendedaten herausgesucht werden konnten. Somit wissen wir inzwischen weitgehend gesichert, dass mit Franz Fröhlich insgesamt 31 Pumuckl-Geschichten aufgenommen worden sind. Welche es gab und wann sie gesendet (und teilweise auch wiederholt) worden sind, kann man in unseren Listen der Radio-Sendetermine und der Erscheinungsreihenfolge(n) nachschlagen.

Die Folgen 1 bis 9 entsprechen genau der Reihenfolge, die Ellis Kaut als fortlaufenden Beginn der Erlebnisse des Pumuckl beim Schreinermeister angibt, in deren Verlauf das Umfeld eingeführt wurde. Mit teils nicht einmal 17 Minuten waren die ersten Folgen relativ kurz, was wohl mit ein Grund dafür ist, dass sie in anderen Pumucklreihen teilweise zu längeren Geschichten kombiniert wurden. So wurde in der fast parallel produzierten Serie Immer dieser Fizzibitz vom WDR die Folge Das neue Badezimmer um die Ereignisse aus Das Schiff in der Badewanne erweitert; eine Kombination, die sich bis in die TV-Folge und die Hörspiel-Neuaufnahmen mit Gustl Bayrhammer gehalten hat. Auch erstmals (wie später im TV) kombiniert wurden für Fizzibitz die beiden Folgen Der Wellensittich und Die geheimnisvolle Schaukel. Eine kurze Fassung von Pumuckl und die Schule wurde aber nur einmalig für Fizzibitz an Pumuckl und das Geld angehängt, auch wenn es in anderen Fassungen wieder einen Bezug vom Lesen lernen wollen zu Pumuckls Fehleinkauf (Käse statt Schokolade) gibt. In TV-Folge und der neuen Hörspielreihe wurde auch Pumuckl ärgert den sangesfreudigen Schlosser direkt an die erste Geschichte Spuk in der Werkstatt angehängt.

Auch wenn in der anschließenden Radioreihe mit Alfred Pongratz einige der Folgen zwischen 1969 und 1972 nochmals neu aufgenommen worden sind (vgl. die Erscheinungsreihenfolgen-Liste), so ist sie doch als direkte Fortsetzung der Geschichten mit Franz Fröhlich konzipiert. Das wird vor allem daran deutlich, dass es in etlichen Aufnahmen mit Pongratz Anspielungen und Bezüge zu früheren Erlebnissen des Pumuckl gibt, die bis dahin ausschließlich als Radiohörspiel mit Franz Fröhlich vorlagen. In der Pongratz-Geschichte Die erwachsene Bärbel (02.12.1973) berichtet der Erzähler, dass die inzwischen 16-jährige Bärbel sechs Jahre alt war, als ihr Meister Eder zum ersten Mal vom Pumuckl erzählt hatte. Hier stimmt sogar die erzählte Zeit mit der realen Zeit überein, denn Meister Eder bekommt Besuch war am 10.11.1963 mit Franz Fröhlich als Eder zu hören gewesen.
Eine Anspielung auf Pumuckl auf dem Land findet sich in Die Bank vor der Werkstatt (1968). Die Urlaubsfolgen wurden jedoch erst 1970 mit Alfred Pongratz aufgenommen, mit Franz Fröhlich aber am 11.08. und 15.09.1963 erstmals gesendet.
Eine weitere reale-erzählte-Zeit-Übereinstimmung ergibt sich aus der Pongratz-Version von Das Spielzeugauto (1972). Hier wird berichtet, dass Pumuckl seit 10 Jahren beim Meister Eder lebt (Serienstart 21.02.1962). Witzig ist dabei, dass Das Spielzeugauto auch mit Franz Fröhlich schon aufgenommen und am 27.02.1963 gesendet worden war. Damals war das Auto also vermutlich ein Geschenk zu Pumuckls 1. Geburtstag.

Erstaunlich ist, dass der WDR am Ostersonntag 1964 (29.03.) die Geschichte Fizzibitz und die Ostereier gesendet hat, der BR am selben Tag jedoch Pumuckl wird reich. Die Osterfolge wurde laut Angabe des BR-Archivs auch erst am 19.06.1964 aufgenommen und lag dann ein Jahr auf 'Halde'. Am folgenden Pumuckl-Sendetermin (26.04.1964) wurde dann sogar erstmals eine Wiederholung (Pumuckl und die Erkältung) gesendet. Man könnte spekulieren, dass hier kurzzeitig vorübergehend keine neuen Folgen aufgenommen werden konnten, vielleicht aufgrund einer Erkrankung von Franz Fröhlich.
Wenige Monate später (am 26.07.1964) starb Franz Fröhlich. Vier weitere neue Folgen konnten mit seiner Stimme von Mai bis Oktober 1964 noch gesendet werden, sowie die Osterfolge am Ostersonntag 1965 (18.04.). Sechs weitere Sendetermine bis Sommer 1965 wurden mit Wiederholungen bestritten.
Durch den Ausfall der Osterfolge kam es offensichtlich auch zu einer Verschiebung zwischen Produktionsnummern und Sendefolge. So wurde die mit '29' bezeichnete Geschichte Pumuckl und die Gummiente als 28. Folge gesendet und sogar vor der mit '27' bezeichneten Osterfolge aufgenommen.

Etwas rätselhaft erscheint, dass der WDR 1965 die Folge Fizzibitz geht auf's Meer zurück produzierte. Ellis Kaut gibt jedoch an, dass die Serie mit Franz Fröhlich damals ohne Ende geplant worden sei und sie eine Folge wie Pumuckl geht auf's Meer zurück nur als möglichen Ausblick geschrieben habe, ohne dass es konkrete Sendepläne gegeben hätte. Die erste Staffel scheint also durch den Tod von Franz Fröhlich ein plötzliches Ende gefunden zu haben und sollte nicht mit dieser Folge abgeschlossen werden.

Teile des Textes by [fm].

  Tabelle: Radioprogramm, bekannte Termine und Titel
  Tabelle: Vergleich der Sende- und Erscheinungstermine



Mitwirkende erste Radiostaffel

Meister EderFranz Fröhlich
PumucklHans Clarin
ErzählerAugust Riehl
RegieJan Alverdes
 Die zweite Radio-"Staffel" (1965-1973) vor


Nachdem Franz Fröhlich im Juli 1964 gestorben war, wurden ab Mai 1965 mit Alfred Pongratz insgesamt 74 Folgen für den Bayerischen Rundfunk aufgenommen. Sie sind nicht identisch mit den ab 1969 auf LP/MC erschienenen Hörspielen; in diesen sprach zwar auch Alfred Pongratz den Meister Eder, jedoch wurden die Folgen gekürzt, überarbeitet und mit anderen Nebendarstellern besetzt. Während auf den LPs/MCs weitgehend hochdeutsch gesprochen wird, herrscht in den Hörspielen des BR ein uriges Münchener Bairisch vor (Ausnahme natürlich: der Pumuckl). Laut dem Radioprogramm der Süddeutschen Zeitung aus dem Jahr 1965, war die erste mit Pongratz gesendete Folge Pumuckl spielt mit dem Feuer am 03.10.1965, gefolgt von der abergläubischen Putzfrau am 07. November. Dank der Recherche von Torsten Reck im Archiv des BR kennen wir inzwischen die kompletten Sendetermine der Radioreihe.

In den Jahren 1969 bis 73 wurden 15 Folgen, die früher bereits mit Franz Fröhlich aufgenommen worden waren, nochmals in einer Radioversion mit Pongratz produziert, so z.B. Meister Eder bekommt Besuch und die beiden Urlaubsfolgen. Bereits seit 1967 wurden in der Sendereihe auch immer wieder mal einzelne Folgen mit Pongratz wiederholt. So weit bekannt sind von den Folgen mit Franz Fröhlich aber nie wieder welche gesendet worden bevor sie vernichtet wurden.

Viele Hörspiele dieser 2. Staffel mit Pongratz werden auch noch heute gelegentlich im Bayerischen Rundfunk - besonders im Sommerferienprogramm - wiederholt.

Ein kurioses Detail: Obwohl in dieser Staffel 74 Folgen produziert wurden, finden sich im Schallarchiv des Bayerischen Rundfunks zur Zeit 76 Hörspiele! Beim BR glaubte man die Folgen Spuk in der Werkstatt und Pumuckl soll Ordnung lernen verloren. Ein Fan sandte daraufhin Kopien der LP-Hörspiele ein, die im Jahr 2003 als "die ersten Folgen" gesendet wurden. Diese beiden Folgen hat es jedoch nie in einer Radioversion mit Pongratz gegeben, sondern nur mit Franz Fröhlich.
Die Liste der Pongratz-Radio-Folgen ist tatsächlich identisch mit einer Liste, die einst auch pumuckl-im-radio.de vom BR zugeschickt bekam und die sich ebenso im Werksverzeichnis auf Ellis Kauts Homepage findet. Dort fälschlich als LP-Hörspielreihe mit Alfred Pongratz ausgewiesen. Möglicherweise entspricht die Auflistung im Werksverzeichnis von Ellis Kaut der Produktions- oder Schreibreihenfolge, jedenfalls aber nicht der Sendereihenfolge der Pongratz-Folgen.

In unserer Geschichtenübersicht sind die Radiofolgen aus beiden Staffeln (Fröhlich und Pongratz) in ihrer Erstausstrahlungsreihenfolge gelistet und numeriert. Einen Vergleich dieser beiden Produktionsstaffeln und ihre jeweilige Sendereihenfolge findet man in der Liste der historischen Geschichtenreihenfolgen. Stimmig mit dieser Reihenfolge sind auch Verweise zwischen den Episoden (z.B. erinnert sich der Pumuckl in Der Krach und seine Folgen an Das Spanferkelessen und an den 1. April).

Etwas merkwürdig erschien, dass die Weihnachtsfolge Das Schmuckkästchen nicht in der ursprünglichen Liste aufgeführt war, die pumuckl-im-radio.de erhielt, dafür die Briefmarken jedoch doppelt. Wahrscheinlich hat das den selben Grund, wie dass diese Folge auch heute im Archiv des BR schwierig zu finden ist: Sie wurde außer der Reihe (die auf BR2 kam) an Heiligabend 1970 auf BR1 unter dem Stichwort "Wir warten auf das Christkind" (oder sinngemäß) gesendet und entsprechend archiviert bzw. in die Datenbank eingepflegt.

Die Folgen Die Weihnachtsüberraschung und Das Ostergeschenk wurden später nicht veröffentlicht und existieren daher nur im Archiv des BR.

Text by [fm], in Teilen ergänzt


Die ein oder andere Pumucklgeschichte wurde übrigens nicht nur mit pädagogischem Inhalt versehen, sondern sogar um eine solche Thematik herum entworfen. Ellis Kaut erzählt z.B., dass die zuständige BR-Redakteurin, Candida Franck, etwas verloren hatte und leider nicht wieder bekam. Daraufhin schrieb Ellis Kaut die Geschichte Pumuckl und der Finderlohn um den Kindern zu zeigen, dass es richtig ist und daher auch belohnt wird, wenn man Fundstücke zurück gibt.

Die Radiofolgen unterschieden sich neben ihrem viel intensiveren Bairisch von den folgenden Neuaufnahmen für die LP-Veröffentlichung teilweise auch dadurch, dass sogar aktuelles Zeitgeschehen in den Geschichten verarbeitet wurde. Auch gab es in den Radioversionen deutlich mehr Bezüge der einzelnen Geschichten untereinander. Für eine leichtere Austauschbarkeit der Reihenfolge wurden viele davon in den veröffentlichten Versionen eingespart.

Ganz zum Ende kam es noch zu einer Änderung im Produktionsteam der Radiohörspiele. Der eigentlich noch sehr junge Regisseur Jan Alverdes starb am 28.12.1971. Daher übernahm für die letzten 9 Folgen Willy Purucker die Regie - in Abweichung zur Regie bei den Schallplattenaufnahmen, wo der fehlende Jan Alverdes von Alexander Malachovsky ersetzt wurde. Als letzte Folge wurde am 30.12.1973 dann Pumuckl geht aufs Meer zurück gesendet. Es sollte eigentlich eine fröhliche Geschichte sein, schreibt Ellis Kaut in ihrer Autobiografie. Trotzdem war die Hörerschaft entsetzt und viele Kinder riefen beim BR an und machten ihrem Ärger über die Trennung von Pumuckl und Eder Luft, bis hin zu Ausrufen wie "Pumuckl-Mörder!". Diese Geschichte wurde später überarbeitet und als Folge Pumuckl und der blaue Klabauter endet sie damit, dass Pumuckl doch wieder mit Eder vom Urlaub zurückkehrt.


Studio
v.l.n.r.: Karl-Maria Schley (vermutet), Alfred Pongratz, Dame unbekannt, Hans Clarin, Jan Alverdes, unbekannter Tontechniker. Foto: BR, Quelle: Pumuckl making of ~1982.

Mitwirkende zweite Radiostaffel

Meister EderAlfred Pongratz
PumucklHans Clarin
ErzählerAugust Riehl
Regie
Jan Alverdes  (1965-1972)
Willy Purucker   (9 Folgen, 1972-1973)
Toningenieur
Günther Heß  (ab ~1968)

  weitere Beteiligte / Sprecher der Nebenrollen

 Die LP-Version (1969-1978) vor


Als LP-Aufnahmen bezeichnen wir der Einfachheit halber die ab 1969 bis 1978 auf Tonträger veröffentlichte Version der Pumucklgeschichten. Es gab sie natürlich auch auf MC zu kaufen, anfangs waren LPs aber noch üblicher.
Diese Version unterscheidet sich vollständig von der ursprünglichen Fassung der Radiohörspiele. Selbst die Auswahl und Reihenfolge der Geschichten bei der Veröffentlichung auf LP ist unabhängig von der Auswahl der Radiofolgen, die mit Alfred Pongratz entstanden sind. Das geht so weit, dass z.B. die Geschichte Das Missverständnis bereits 1970 auf LP erschien, nach aktuellem Kenntnisstand aber erst 1972 unter dem Titel Der Kater mit Alfred Pongratz im Radio zu hören war (mit Franz Fröhlich allerdings bereits am 02.01.1963).
Erstaunlich ist daher, dass zwar die allererste Folge Spuk in der Werkstatt mit Pongratz für die LPs aufgenommen wurde, die anderen Folgen, die den Anfang von Pumuckls Geschichte beim Schreiner erzählen jedoch nicht. So gab es Pumuckl ärgert den sangesfreudigen Schlosser und Das geschnitze Bett oder auch Das neue Badezimmer und Das Schiff in der Badewanne nie in einer Version mit Alfred Pongratz. Seltsamer Weise wurde aber Pumuckl und das geschnitzte Bett ganz zum Ende der LP-Reihe mit Gustl Bayrhammer doch noch aufgenommen (vgl. unten).

Die Aufnahmen für die Veröffentlichung sind deutlich unbairischer als die Radioversionen, Pongratz ein noch sanfterer, fast resignierter Eder. Die Nebenrollen wurden für die LPs neu und vor allem mit mehr unterschiedlichen Sprechern besetzt, die Folgen teilweise etwas gekürzt.

Im Laufe der 9 Jahre in denen die LPs entstanden gab es auch bei den Hauptakteuren drei Änderungen: Ende Dezember 1971 starb Regisseur Jan Alverdes, mit 39 Jahren noch sehr jung, soweit bekannt an einer Lebererkrankung. Daraufhin übernahm der Schauspieler Alexander Malachovsky, der bis dahin schon in zahlreichen Nebenrollen zu hören gewesen war, die Regie für die Schallplattenaufnahmen.
Als Alfred Pongratz im November 1977 einem Herzinfarkt erlag waren bis dahin 66 Hörspiele für die Veröffentlichung aufgenommen worden. Angeblich noch bei dessen Beerdigung trat man an Gustl Bayrhammer heran und fragte ihn, ob er die Rolle des Eder fortan übernehmen würde. Er soll geantwortet haben: "Jetzt lasst uns diesen Menschen doch erst einmal begraben!"
Aber schließlich übernahm er die Rolle, und mit ihm wurde die Reihe 1978 beendet. Warum für diese 12 letzten Folgen der LP-Veröffentlichung dazu auch ein anderer Erzähler herangezogen wurde (August Riehl wurde durch Harald Leipnitz ersetzt), ist unbekannt. Insgesamt entstanden jedenfalls 78 Geschichten, die es auf 39 LP und MC zu kaufen gab, bis sich die Pläne für die Fernsehserie entwickelten.

Die Cover der LPs (und MCs) dieser Reihe wurden mit den Pumucklzeichnungen von Barbara von Johnson gestaltet. Wobei es sich bei den Covern der LPs 31 bis 36 (1977/78) nicht um Originalentwürfe von ihr handelt, sondern um Neumontagen alter Zeichnungen bzw. sogar um Plagiate.

Bezüglich der genauen Anzahl der Hörspiele bleibt eine kleine Unstimmigkeit/Unsicherheit. Der BR gibt in seinem Pressebericht zur Fernsehserie an, dass bis 1981 insgesamt 46 Langspielplatten, also 92 Geschichten erschienen sind mit einer Auflage von bis dahin über 3 Millionen Exemplaren. Wir gehen vorläufig davon aus, dass es sich um Sondererscheinungen handelt, event. in variierter Zusammenstellung, die auch nochmal innerhalb der regulären Reihe auftauchen. Mehr als die 78 Geschichten wurden erst bei den Neuaufnahmen mit Gustl Bayrhammer ab 1982 für die Veröffentlichung eingesprochen; aber auch hier blieb es mit 86 unter besagten 92 und insgesamt sind auch nur 90 Meister Eder und sein Pumuckl -Geschichten bekannt.


Mitwirkende LP-Aufnahmen

Meister Eder
Alfred Pongratz   (Folgen 1-66)
Gustl Bayrhammer   (Folgen 67-78)
PumucklHans Clarin
Erzähler
August Riehl   (Folgen 1-66)
Harald Leipnitz   (Folgen 67-78)
Regie
Jan Alverdes   (Folgen 1-18)
Alexander Malachovsky   (Folgen 19-78)
Tonmeister/-technikGünther Hess, E. Klimpt, G. Koch
TextEllis Kaut
CoverzeichnungenBarbara von Johnson

  weitere Beteiligte / Sprecher der Nebenrollen

 Die MC-Version mit Gustl Bayrhammer (1982 - ca.1986) vor


Mit der Fernsehserie folgte Anfang der 1980er Jahre auch eine Neuauflage und -aufnahme der Pumucklgeschichten mit Gustl Bayrhammer als Meister Eder und wieder August Riehl als Erzähler, die allesamt bei EMI bzw. Imperial erschienen sind. Die ersten dieser neu aufgenommenen Geschichten erschienen als Hörspiele zum Kinofilm und wurden nach Angabe auf einer der LP-Ausgaben bereits 1981 produziert, also noch vor dem Kinostart und ganz deutlich vor Beginn der Fernsehserie. Da die Neuauflage der ganzen Reihe ansonsten hauptsächlich auf Musikkassette verkauft wurde, bezeichnen wir sie auf unseren Webseiten als die MC-Version mit einem entsprechenden Icon. Gustl Bayrhammer sprach in diesen Versionen weitestgehend den gleichen Text wie einst Alfred Pongratz in der LP-Fassung. Andere Rollen wurden zum Teil gar nicht neu eingesprochen sondern nur neu geschnitten. Z.B. sind die Schulszenen aus Pumuckl in der Schule komplett aus den Pongratz LP-Versionen übernommen worden. Für andere Geschichten muss das noch im Detail überprüft werden. Die 12 Aufnahmen mit Harald Leibnitz (in denen Gustl Bayrhammer ja bereits 1978 den Eder gesprochen hatte) sind natürlich identisch, bis auf den Erzählerpart, der von August Riehl neu eingesprochen wurde.

Erstmals bekamen die Pumucklgeschichten als Hörspiel nun auch eine Titelmusik als Intro - das heute bekannte Lied, das für den Film und die Fernsehserie geschrieben wurde. So erschienen ab dem Start der Fernsehserie 1982 bis etwa 1986 in einheitlicher Besetzung auf 43 Hörspielkassetten insgesamt 86 Pumucklgeschichten. Damit wurde es die vollständigste Reihe die produziert wurde. Von den 90 insgesamt geschriebenen Geschichten fehlen lediglich zwei aus der Pongratz-Radioreihe: Das Ostergeschenk und Die Weihnachtsüberraschung. Die beiden zu Franz Fröhlich Zeiten noch separaten Geschichten Pumuckl ärgert den sangesfreudigen Schlosser und Das Schiff in der Wanne wurden Teil von Spuk in der Werkstatt bzw. Das neue Badezimmer.

Die 86 Folgen wurden im Rekordtempo produziert. In der Bayrhammer-Biografie erzählt Hans Clarin, dass sie ohne zu proben einfach ihren Text gesprochen haben. Versprecher wurden nicht in erneuter Aufnahme korrigiert sondern übernommen und teilweise sogar in das Gespräch mit aufgenommen und fortgeführt. Das sorgte letztlich für die lockere und natürliche Wirkung dieser Pumuckl-Version. Hans Clarin und Gustl Bayrhammer harmonierten dabei perfekt und lebten ihre Rollen vor dem Mikrofon einfach aus. Besonders dass Clarin aus seinen Versprechern teilweise kurze Reime machte, die damit aus dem üblichen Pumuckl-Gedichte-Niveau herausfallen, behagt Ellis Kaut an dieser Version jedoch nicht so sehr. Auch bei der Synchronisation der Fernsehserie kam es zu reichlich Improvisation von Clarin und Bayrhammer.

Als Titelbilder der Hörspielreihe wurden Standbilder aus der Fernsehserie verwendet, auch für die MCs auf denen nur nicht-verfilmte Geschichten enthalten sind.
Bei der Fertigung der MCs kam es wohl zu dem ein oder anderen Fehler, möglicherweise auch der großen Eile geschuldet, mit der produziert wurde. So existieren Kassetten deren Aufdruck und Cover nicht mit den auf dem Band enthaltenen Geschichten übereinstimmen. In einem Fall enthält z.B. eine Kassette mit den Aufdrucken Pumuckl und die Knachfrösche / Pumuckl wird reich (MC 23 bzw. Folgen 45/46) die Geschichten Pumuckl und die Bergtour / Pumuckl und die Schatzsucher (MC 15 bzw. Folgen 29/30). Auch Cover ohne Sprecherangaben sind teilweise zu finden. Nicht nur die Reihe selber besaß eine gegenüber anderen Versionen neue Geschichtenreihenfolge, es gab auch Sonderausgaben, die nochmals davon abwichen. Bei Bertelsmann wurden z.B. einzelne Doppel-MCs vertrieben, auf denen nicht einfach die 4 Geschichten von zwei normalen MCs zusammengefasst waren, sondern ein Album mit zwei beliebigen anderen Geschichten kombiniert wurde. Das ging so weit, dass Der große Krach und Der große Krach und seine Folgen auf verschiedenen Tonträgern landeten.

Seit 1998 gibt es wieder eine Neuauflage der Hörspielreihe. Die Neuaufnahmen mit August Riehl und Gustl Bayrhammer werden dabei unverändert als CD unter dem Universal-Label Karussell herausgegeben. Die Reihenfolge ist natürlich schon wieder eine andere. Allerdings finden sich die Folgen, die vorher jeweils auf der A und B Seite einer MC waren, wieder zusammen auf einer CD wie vorher hintereinander. Auch hier bleibt es bei insgesamt 86 Geschichten. Die Cover wurden mit neuen Pumucklzeichnungen von Brian Bagnall gestaltet, die jedoch nicht in allen Fällen etwas mit den Geschichten auf der jeweiligen CD zu tun haben, wenn sie oft auch thematisch daran angelehnt sind.

Eine Tabelle über die Geschichtenreihenfolge in den verschiedenen Hörspielausgaben findet sich auf der Seite alle.html durch Anwählen des jeweiligen Icons in der Tabellenkopfzeile (Musikkassette, Schallplatte, CD).



Mitwirkende MC-Aufnahmen

Meister EderGustl Bayrhammer
PumucklHans Clarin
ErzählerAugust Riehl
RegieAlexander Malachovsky
AssistentReiner Kositz
Titelsong, Musik und TextFritz Muschler
J. Horn
Howard Carpendale
Ulrich König
Titelsong - ArrangementFritz Muschler
CoverFilmszenen / Brian Bagnall

  weitere Beteiligte / Sprecher der Nebenrollen



Copyright- und Urheberrechtshinweis: mehr Details im vorImpressum
Dies ist eine private Pumuckl-Fan-Homepage. Pumuckl von Ellis Kaut, Lizenz bei der Buchagentur GmbH. Originalentwurf Pumucklfigur von Barbara von Johnson, Darstellungen von Béla Ternovszky, Brian Bagnall, Barbara von Johnson. Pumuckl ist ein Hörspiel des BR, eine Fernsehserie des BR und INFAFILM. Buchrechte bei Lentz Verlag, München, vertreten durch Kosmos Verlag, Stuttgart. Fizzibitz von Ellis Kaut ist ein Hörspiel des WDR.
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