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Die Verfilmung von Pumuckl



Früherer Fernsehauftritt bei Plumpaquatsch

Der Anfang von Pumuckls Verfilmung
  Pumuckl-Kurzspots fürs Werbefernsehen
    Pilotfilm und erste Serienstaffel: Meister Eder und sein Pumuckl
      Zweite Serienstaffel: Meister Eder und sein Pumuckl

Die Rahmenhandlung der fortgesetzten Verfilmung
  Kinofilm: Pumuckl und der blaue Klabauter
    Serie: Pumuckls Abenteuer
      Kinofilm: Pumuckl und sein Zirkusabenteuer
        Pumuckls Zukunft

Realisation und Technik der Serie Meister Eder und sein Pumuckl
  (technische) Daten zur Serie Meister Eder und sein Pumuckl


Info-Quellen und Links:
 Der Anfang von Pumuckls Verfilmung vor


Nachdem Pumuckl als reine Hörspielreihe Anfang der 1960er Jahre entstanden war, wurden ab Mitte der 1970er Jahre Pläne für eine Verfilmung als Fernsehserie entwickelt. Zwei Anekdoten erzählen, wie sich schließlich die Parteien zusammenfanden die für den Stil dieser einmaligen Umsetzung verantwortlich sind.
Es gab wohl verschiedenste Verhandlungen, wer aus den Pumucklgeschichten wie eine Fernsehserie produzieren könnte. Erstaunlicher Weise war dabei anfangs wohl vorwiegend das ZDF an der Umsetzung interessiert. Ellis Kaut erzählt in ihrer Autobiografie, dass sie einige Jahre zuvor einmal einen Werbefilm für Disney gesehen hatte, in der Walt Disney selber am Schreibtisch sitzt und zeichnet. Dann beginnen seine Figuren sich aus der Zeichnung zu verselbständigen und tollen gezeichnet um den realen Disney auf dessen Schreibtisch herum. So stellte sich Ellis Kaut daraufhin auch eine Umsetzung des Pumuckl vor. Leider war keiner der Produzenten dazu bereit, alle wollten entweder eine reine Trickproduktion oder auch z.B. Pumuckl als verkleinerten Menschen mittels der damals beliebten Bluescreentechnik in die große Welt integrieren.
Von der anderen Seite berichtet Ulrich König in seinem Beitrag zur Biografie von Gustl Bayrhammer, dass Produzent Manfred Korytowski, für den er zu der Zeit arbeitete, ihm vorschlug, von Ellis Kaut die Geschichte Schlupp vom grünen Stern zu verfilmen. König fand jedoch den Pumuckl verfilmenswerter und entwickelte zusammen mit Korytowski den Plan einer Verfilmung mit einem gezeichneten Pumuckl im Realfilm. Anderen Quellen zufolge wollte der Sohn von Manfred Korytowski sehen, "wie der Pumuckl lebt", so dass Korytowski sich entschloss die Geschichten zu verfilmen (vgl. J. Gerke-Reineke, Geklonte Medienhelden, S. 76). Auch der damals noch freiberufliche BR-Redakteur Peter Kölsch hatte wohl bereits 1974/75 über eine Verfilmung der Pumucklgeschichten für die ARD nachgedacht.
Wahrscheinlich 1977, jedenfalls auf der Funkausstellung in Berlin, ging Manfred Korytowski mit seinen Plänen auf Ellis Kaut zu und traf damit genau ihre Vorstellung. So war der Grundstein gelegt für eine der bis dahin aufwändigsten Produktionen der deutschen Fernsehgeschichte, die in den Folgejahren unter der Federführung von Korytowskis Produktionsfirma INFAFILM entstand.
Fast ein halbes Jahr suchte man nach einem geeigneten Werkstattgebäude, und fand es schließlich in direkter Verlängerung des Hauses in dem Korytowski und König zum ersten Mal über das Thema gesprochen hatten. Auch von Hörspielregisseur Alexander Malachovsky wird berichtet, er hätte in der Gegend Lehel in den 1960er Jahren schon einmal eine verlassene Werkstatt entdeckt und gedacht, da könnte eine Geschichte z.B. mit einem Außerirdischen und einem Schreiner spielen. Vielleicht war es die selbe Werkstatt und die wollte schon immer Schauplatz dieser Geschichten werden.
Hans Clarin berichtet in seiner Autobiographie, dass man bei der Planung der Fernsehserie ernsthaft überlegte, den Pumuckl von einer Frauenstimme sprechen zu lassen. Grund waren wohl neben Clarins Gage auch die schlechten Kritiken für die Pumuckl-Hörspiele-Stimme im Norddeutschen Raum. Gut, dass man letztlich wohl doch zu viel Angst vor den Protestbriefen der Pumucklfans und einem Scheitern der Serie hatte.
 Pilotfilm und erste Serienstaffel: Meister Eder und sein Pumuckl vor


In Anlehnung an die Pumucklfigur der Buch- und Hörspielillustrationen von Barbara von Johnson entwickelte Béla Ternovszky bei Panonia Film Budapest eine für die Animation geeignete Variante des Kobolds. Wichtig für die verwendete Hinterglasmaltechnik war dabei z.B. eine weitestgehend geschlossene schwarze Umrisslinie der Figur. Die erste Animationsprobe mit dieser Figur entstand laut Regisseur Ulrich König am 23.09.1978 (zwei Tage nach der Geburt von dessen Tochter).
Im Jahr 1979 wurden u.a. als Probelauf für die Serie zuerst (52 ?) kurze TV-Spots mit Gustl Bayrhammer als Meister Eder und dem animierten Pumuckl für die Bayerische Rundfunkwerbung produziert. Sie zeigen ca. 1 Minute kurze, lustige Abenteuer von Eder und Pumuckl. In dieser Form war 1981 erstmals die heute bekannte Filmversion des Pumuckl in den Pausen des Werbefernsehen zu sehen.
In der Folge wurden 1980 und 1982 noch zwei weitere Staffeln solcher Spots für die Rundfunkwerbung produziert.

Separate Seite über die Pumuckl-Spots


Von 1978 bis 1979 entstanden die Drehbücher für die erste Staffel Pumuckl, laut Serienabspann in Zusammenarbeit von Ellis Kaut und Ulrich König. Erster Drehtag mit Gustl Bayrhammer als Eder vor der Kamera war dann der 04.09.1979, wobei unklar ist, ob sich diese Angabe auf Dreharbeiten zur Serie oder auf den ersten Drehtag überhaupt bezieht, der dann wohl eher den Drehstart der ersten Spot-Staffel markierte. Unterscheiden lassen sich die Spots von der ersten Serienstaffel in Bezug auf Gustl Bayrhammer sehr gut anhand von dessen Haaren, die in den ersten Spots kein bischen Grau zeigen und Bayrhammer noch eher an seine vorige Rolle, den Tatort-Kommissar Veigl, erinnern lassen. In der Bayrhammer-Biografie erzählt Ulrich König über die Diskussion, wie der Eder gespielt werden sollte, dass er Gustl Bayrhammer als Idealbesetzung dafür Albert Schweitzer nannte (Anmerkung: Wenn man Bilder von Schweitzer sieht, versteht man auch warum.). Bayrhammer soll darauf geantwortet haben, dass könne er nicht. Aber dann ließ man ihm von der Maskenbildnerin die Haare weißeln und er verwandelte sich vom Tatortkommissar in den großväterlichen Schreinermeister Eder.
Schlafzimmer 1
Schlafzimmer in Folge 5 ...
Schlafzimmer 2
... und in Folge 17.
Laut Infafilm-Homepage wurden die Folgen der ersten Staffel in zwei Blöcken zu je 13 Folgen aufgeteilt und 1979 bzw. 1980 produziert. Auch in den BR-Presseberichten findet sich als Drehzeitraum der ersten Staffel 1979-1980. Am Anfang der Folge Die geheimnisvollen Briefe, sieht man sogar eine Tageszeitung mit dem erkennbaren Datum "Donnerstag, 17. April 1980". Die Drechslereiszenen der Folge Der erste April wurden zwischen dem 29. und 31.10.1979 (Mo-Mi) gedreht. Die Daten dieser drei Tage finden sich auf drei Autogrammkarten von Gustl Bayrhammer, Willy Harlander und Volker Prechtl, die P. Seiler damals bekommen hatte. Daneben fällt auf, dass die Einrichtungsgegenstände in Eders Wohnung zwischen verschiedenen Folgen der ersten Staffel wechseln. Manche der Folgen (z.B. 16. Der große Krach und 17. Der große Krach und seine Folgen) dürften zusammen mit den Pilotfilm-Folgen gedreht worden sein. Dort gab es insbesondere eine andere Küchen- und Schlafzimmereinrichtung. Möglicherweise wurde also tatsächlich in zwei Blöcken gedreht und jeweils neue Kulissen bereitgestellt.
Es gibt die Anekdote, dass der Kamera-Assistent, Marius Ludwig, bei der Produktion der ersten Staffel der Pumucklspots den Zoom der Kamera beschädigte ("fallen ließ"), weshalb die komplette Pumucklserie mit einer einzigen Festbrennweite gedreht wurde. In der Tat gibt es keine einzige Einstellung mit Brennweitenänderung, was sehr zum angenehm ruhigen, beschaulichen Stil der Produktion beiträgt. Danken wir Herrn Ludwig also für dieses Missgeschick.
Laut Ulrich König hatte das Team beim Drehen gar kein festes Drehbuch vorliegen, sondern improvisierte teilweise anhand der Buch- bzw. Hörspielvorlagen den Text. Viele der menschlich-komischen Einlagen entstanden so einfach versehentlich und wurden belassen oder sogar ausgebaut, wie z.B. die Szene mit Helmut Fischer, der als Arzt in der Folge Die abergläubische Putzfrau durch die falsche Tür abgeht und dann im Kreis herumlaufend wieder bei Bayrhammer landet. Gedreht wurde meist am Mittag und frühen Nachmittag, nachdem sich das Team von "neun bis elf" besprochen hatte, wie die Szenen am Tag abgedreht werden sollen.
Wenn Gustl Bayrhammer allein vor der Kamera stand und sich mit dem im Film später sichtbaren, beim Dreh aber fehlenden Pumuckl unterhielt, spielte Regisseur Ulrich König als Gesprächspartner für Bayrhammer den Kobold. Den dabei entstandenen Text interpretierte dann Hans Clarin als Pumuckl zweimal neu. Ein erstes Mal, nachdem die Serie bis 1981 geschnitten worden war, damit die Sprechbewegungen des später gezeichneten Klabauters an den Text angepasst werden konnten. Die Produktion des Zeichentrickteils folgte dann bis 1982 in den Pannonia-Filmstudios in Budapest (dazu unten mehr). In ihrer Biografie erzählt Ellis Kaut von der abenteuerlich Fahrt im Wohnmobil Ende September 1978 zusammen mit ihrer Tochter nach Budapest. Im damals kommunistischen Ungarn wollten sie die Trickfilmarbeiten ansehen, als gerade die ersten, noch schwarz-weißen Pumucklanimationen geprobt wurden.
Synchronisation
Gustl Bayrhammer und Hans Clarin im Synchronstudio. Pumuckl Making Of, BR ~1982
1981 bis 1982 wurde die Serie schließlich im Studio vollständig nachsynchronisiert. Dabei wurden alle Rollen neu vertont. Die Tonaufnahmen vom Drehort enthalten normalerweise so viele Störgeräusche, dass sie für die fertige Produktion nicht zu gebrauchen sind. Manche der Schauspieler, insbesondere die Kinder, wie z.B. die Zwillinge in den Urlaubsfolgen oder Eders Nichte Bärbel in Eder bekommt Besuch wurden aus verschiedenen Gründen von anderen Leuten gesprochen. Rosl Mayr starb während des Synchronzeitraums, so dass sie sich nur noch in Der erste April selber spricht; in Der rätselhafte Hund und Auf heißer Spur aber von Anton Feichtner synchronisiert wurde. Daran sieht man insbesondere auch, dass die Folgen keinesfalls in der Reihenfolge produziert wurden, in der sie schließlich gesendet wurden, da Der erste April die letzte Folge der ersten Staffel ist. Wie bei den Neuaufnahmen der Hörspiele auch, improvisierten Clarin und Bayrhammer als Pumuckl und Eder oft ihren Text bei der Synchronisation, so lange sie nicht an die Lippenbewegungen gebunden waren. Das führte unter anderem oft dazu, dass beide ihr Gespräch am Ende der Folge nicht beendeten, sondern in den Abspann hinein weiterquatschten. Meist entwickelten sie das Gesprächsthema vom Schluss der Folge dabei weiter, reden z.B. darüber, was sie nun als Brotzeit essen. Gelegentlich gehen sie aber auch auf den Abspann selber ein und witzeln über die gelisteten anderen Mitwirkenden.
Fernsehstart war am 24.09.1982 im BR und zwei Tage später in den ARD.
Gleichzeitig mit der ersten Staffel war der "Pilotfilm" Meister Eder und sein Pumuckl produziert worden, der am 02.04.1982 als Kinofilm anlief. Für diesen Film wurden Szenen aus 4 Folgen verwendet, wobei jedoch manche Szenen neu gedreht worden waren, um einzelne Rollen (wahrscheinlich auf Wunsch der Filmverleihfirma ?) mit bekannteren Schauspielern zu besetzen. Für die ganz Interessierten haben wir einen szenenweisen Vergleich von Pilotfilm und Serie.
Zumindest der Pilotfilm ist in zahlreichen Ländern erschienen. Von Infafilm selber wurde er sowohl in Portugiesisch als auch in Hebräisch synchronisiert. In beiden Fassungen wird der Pumuckl von Kindern gesprochen. Daneben gibt es eine französisch synchronisierte Version, eine englische (?), eine griechische und eine spanische. Auch in Korea und Skandinavien war der Film zu sehen, ob synchronisiert oder in einer untertitelten (englischen?) Version ist aber nicht sicher. Aber auch für die Serie gibt es inzwischen viele Belege zu synchronisierten Versionen. Bekannt sind derzeit Griechisch, Ungarisch, Persisch, Spanisch, Dänisch, ... (to be continued).
Zwei Bemerkungen noch zum Abspann bzw. Vorspann: Da es hin und wieder interessant zu sein scheint, z.B. bei der Erstellung eigener Cover durch Fans, sei gesagt, dass der Abspanntext in der Schriftart Herkules gesetzt wurde. Es gibt davon eine Version von Dieter Steffmann, die für die Privatanwendung frei hier heruntergeladen werden kann. Seit der Wiederholungen der Pumucklserie im Jahr 2009, nach mehreren Jahren Pause aufgrund des Rechtsstreits um die Figur, ist der Vorspann der Serie um den Schriftzug Original-Entwurf Pumuckl-Figur Barbara von Johnson erweitert worden.

Beschreibung Kinofilm Meister Eder und sein Pumuckl
Serie: Folgenübersicht erste Staffel

 Zweite Serienstaffel: Meister Eder und sein Pumuckl vor


Nach dem Erfolg der ersten Staffel wollte Infafilm gerne 26 weitere Folgen produzieren, aber der BR hatte kein Geld für ein derartig aufwändiges Projekt. Als die letzte Folge der ersten Staffel im Fernsehen aufgrund eines Papstbesuchs in München um einen Tag verschoben wurde und daraufhin die Abendzeitung am nächsten Tag auch von der nicht geplanten Fortsetzung berichtete war das Echo riesig und der BR in Erklärungsnot. Sogar Kinder sollen Geld an den BR geschickt haben, damit weiter Pumuckl gedreht werden könne. Weiter berichtete Produzent Manfred Korytowski in der Bayrhammer-Biografie, dass ihn eines Tages auch F.J. Strauß nach der Pumuckl-Fortsetzung fragte, er ihn aber nur an den BR verweisen konnte. Am nächsten Tag hätte dann der BR bei Infafilm angerufen und gefragt ob man nicht schnell weiterdrehen könne.
So schnell ging das nicht, denn das musste natürlich geplant sein, aber immerhin hatten scheinbar die richtigen Stellen für Motivation und Geld gesorgt.
Beinahe hätte es für die zweite Staffel die Schreinerei gar nicht mehr gegeben. Baufällig und verschimmelt sollte das Gebäude in der ersten Hälfte der 1980er Jahre abgerissen werden, um Platz für die Tiefgarage der Bayerischen Versicherungskammer zu machen, der das gesamte Areal gehört. Der Legende nach wiederum durch den persönlichen Einsatz des damaligen bayerischen Ministerpräsidenten (F.J.Strauss), wurde hierfür ein Aufschub erwirkt und das Gebäude für eine viertel Mio.DM (ca. 125.000 Euro) für die Dreharbeiten nochmals renoviert. Damit konnten dann 1984 bis 1985 die Dreharbeiten für die zweite Staffel stattfinden.

Nach dem Dreh der ersten Serienstaffel (1980), oder auch der letzten Staffel der Pumucklspots (1982) war die Einrichtung von Werkstatt und Wohnung offensichtlich komplett aus dem Haus entfernt worden. Jedenfalls sind bis auf ganz wenige Ausnahmen alle auffälligen Einrichtungsobjekte in der zweiten Staffel nicht mehr dieselben wie in den Folgen der ersten Staffel. Es wurden zwar teils wieder recht ähnliche Möbelstücke verwendet, aber die Unterschiede sind eindeutig. Selbst Waschbecken und Toilette im Badezimmer sind andere.
Laut Produktionsliste von Infafilm wurde wieder in zwei Unterstaffeln zu je 13 Folgen gedreht: Folgen 27 bis 39 - 1984 und Folgen 40 bis 52 - 1985. Die Ausstrahlungsreihenfolge stimmt aber nicht notwendigerweise mit diesen zwei Blöcken überein. Auffällig ist trotzdem, dass es in der ersten Hälfte der zweiten Pumuckl-Staffel viele Folgen gibt, die eindeutig im Sommer oder Ende des Sommers verfilmt wurden (Pumuckl und die Obstbäume, Das Segelboot und Die Bergtour) wohl Sommer/Herbst 1984, und die meisten Folgen zum Ende der Staffel eher bei Kälte und kahlen Bäumen entstanden - wohl Winter 1984/85. In einer Szene in Pumuckl auf Hexenjagd sieht man z.B. Maskenbildnerin Helga Gläser am Kiosk stehen und in der Dezember 1984 Auflage des Mad-Magazins lesen. In den Folgen Pumuckl will Schreiner werden, Der silberne Kegel und Die Plastikente sind kahle Bäume zu sehen und ein Eder im warmen Mantel.
Der letzte Drehtag im Werkstattgebäude fand in der ersten Aprilwoche 1985 statt, der Woche vor Ostern. Hier entstanden als letztes die Szenen aus Pumuckl und das Feuer, in denen Eders Küche abbrennt. Da das Haus direkt im Anschluss endgültig abgerissen werden sollte, konnte man ohne Rücksicht auf Verluste den Raum tatsächlich abfackeln. Laut einem Bericht in der Süddeutschen Zeitung wurde am 10.04.1985 mit dem Abriss begonnen.
Regisseur Ulrich König erzählt, dass das Team nach den Feuerszenen noch Einstellungen im Vorderhaus drehte und dabei schon zusehen konnte, wie ihr voriger Arbeitsplatz zerstört wurde. Nur wenige Szenen wurden wohl überhaupt noch danach gedreht, nach Aussage von König aber definitiv keine Studioaufnahmen die noch in der Wohnung oder Werkstatt spielen sollten - dieser Teil war vor dem Abriss erledigt.
Nach dem Ende der Dreharbeiten im Frühjahr 1985 dauerte es noch dreieinhalb Jahre, bis die Pumucklanimation, der Filmschnitt und die Nachvertonung erledigt waren. Der zeitliche Abstand sorgte auch wieder für einzelne Umbesetzungen bei der Synchronisation. So erzählte Ulrich König, dass von drei unterschiedlich alten Mädchen in einer Folge die beiden jüngeren jeweils die beiden älteren sprachen, da die Stimmen so vom Alter her besser passten. Im Fernsehen startete die zweite Staffel am Samstag den 01.10.1988 in den ARD, gut 6 Jahre nach der Erstausstrahlung der ersten Staffel.

Serie: Folgenübersicht zweite Staffel

 Die Rahmenhandlung der fortgesetzten Verfilmung vor


Die Hörspielreihe und die Bücher über Pumuckl erzählen viele einzelne Episoden aus dem Leben des Kobolds beim Schreinermeister Eder. Durch die Fernsehserie und die Neuaufnahmen der Hörspiele wurde diese Rolle so sehr mit der Person von Gustl Bayrhammer verbunden, dass nicht mehr daran zu denken war, die Konstellation Pumuckl-Eder fortzusetzen, als Bayrhammer gesundheitlich zu sehr angeschlagen war und 1993 starb. Daher wurde die Rahmenhandlung weitergeführt und Pumuckl schloss Bekanntschaft mit neuen Menschen. Um die folgenden Kino- und TV-Produktionen einzuordnen soll diese Rahmenhandlung hier kurz zusammengefasst werden:

Noch bei Meister Eder erreicht den Pumuckl eine Nachricht des blauen Klabauter, der von dem Kobold gehört hat und ihn zu sich auf ein Schiff auf der Donau locken will. Pumuckl glaubt den Versprechungen des Klabauter und macht sich auf den Weg. Auf dem Schiff wird er vom Koch Odessy im Kühlschrank eingeschlossen und für diesen sichtbar. Die beiden freunden sich an, und Odessy hilft Pumuckl seine Probleme mit dem blauen Klabauter zu lösen. Letztlich erkennt Pumuckl, dass er zu Eder zurück will, der ihn auch viel länger schon sehen kann als der Schiffskoch. Er kehrt zurück.
Einige Zeit später kommt Odessy zwischen zwei Jobs nach München und sucht die Schreinerei, von der ihm der Pumuckl erzählt hat - erfolglos. So vertreibt er sich die Zeit im Zoo und trifft dort auf den verwaisten Pumuckl. Offensichtlich gibt es keinen Meister Eder mehr und der Kobold hat Zuflucht bei den Tieren gesucht. Da er ihn nun mal sehen kann, nimmt Odessy den Pumuckl mit zu seiner nächsten Anstellung auf einem kleinen Frachter, der auf dem Mittelmeer unterwegs ist. Dort wird der Kobold auch von dem blauen Klabauter wieder entdeckt, doch zusammen mit der Hilfe von Odessys Schiffskollegen Willibald werden sie den Klabauter ein für allemal los. Als Odessys Anstellung auf dem Schiff endet reisen beide nach München und von dort mit Odessys Bekannter, Corinna, zu einer Bauernhofpension, die deren Oma gehört. Da es dem Kobold dort aber letztlich doch nicht gefällt will er zusammen mit Odessy wieder ans Meer zurück.
Ob er dort noch einmal ankommt weiß man nicht, jedenfalls trennt er sich wieder von Odessy und sucht in München die ehemalige Schreinerei von Eder auf. Er hat wohl verdrängt, dass es seinen alten Schreiner gar nicht mehr gibt. Nach einer Nacht in der offensichtlich seit langem ungenutzten Werkstatt folgt Pumuckl dem Restaurator Ferdinand Eder, der aus der Werkstatt die brauchbaren Sachen der Hinterlassenschaft seines Cousins Franz abholt. Um wieder einen großen Freund zu haben entschließt sich Pumuckl, für diesen Eder absichtlich sichtbar zu werden und fasst in dessen Leimtopf. Nachdem er kurz darauf vorübergehend in einer Kiste in den Zirkus entführt wird, dort aber für niemanden sichtbar wird, bleibt er schließlich bei Ferdinand Eder.
 Kinofilm: Pumuckl und der blaue Klabauter vor


Der Titel und der Plot dieses Filmes entstanden wohl in Anlehnung an die Hörspielgeschichte Pumuckl und der blaue Klabauter, die ursprünglich einmal "Pumuckl kehrt auf's Meer zurück" hieß. Abgesehen davon, dass dieser Film ebenfalls auf einem Schiff (wenn auch nicht auf dem Meer) spielt, und dass ein blauer Klabauter darin vorkommt, gibt es jedoch keine inhaltlichen Überschneidungen zwischen beiden Geschichten. Weil ihm das Drehbuch nicht gefiel, lehnte Ulrich König, der Regisseur der ersten beiden TV-Staffeln, die Regie für diesen Film nach eigenen Angaben ab. So kam es, dass Horst Schier, der bei den ersten zwei Staffeln die Kameraführung gemacht hat, nun zusammen mit Alfred Deutsch die Regie übernahm.
Nach seinem ersten Herzinfarkt wollte Gustl Bayrhammer eigentlich sein Arbeitspensum erheblich reduzieren und daher auch keinen weiteren Pumucklfilm mehr machen. Auch wenn Ellis Kaut vorschlug die Rolle dann anderweitig zu besetzen, wollte Produzent Manfred Korytowski nur Bayrhammer als Eder haben. So wurde, quasi als Kompromiss, das Konzept dieses Films ausgearbeitet, bei dem Gustl Bayrhammer nur am Anfang und Ende der Geschichte als Meister Eder auftreten muss. Weiter berichtete Korytowski in der Bayrhammer-Biografie, dass Gustl Bayrhammer bei Drehbeginn dann "sauer" gewesen sei, dass er keine größere Rolle in der Geschichte hätte. Aber bei den wenigen Drehtage wäre er trotzdem mit großer Begeisterung dabei gewesen, auch wenn sie gesundheitlich sichtlich extrem anstrengend für ihn gewesen seien.
Nachdem die Schreinerwerkstatt aus der Serie bereits abgerissen war, musste auch hier ein anderer Drehort gefunden werden. So befindet sich in diesem Film z.B. links neben der Hobelbank die Eingangstür und durch die Fenster sieht man auf eine belebte Straße. Wo genau diese Werkstattszenen entstanden ist aber noch nicht entdeckt worden.
Die Dreharbeiten fanden 1991 statt. Anschließend sprach Hans Clarin den Pumuckl-Textanteil ein, damit die Sprechbewegungen des Kobolds bei der Animation daran angepasst werden konnten. Die Animation erfolgte 1992 im Videovox Studio Budapest, die Animationsregie lag dabei in den Händen von János Uzsák. Videovox war ein halbstaatliches Unternehmen, das nach dem Ende des Kommunismus' aus der Panoniafilm hervorgegangen war.
Als Gustl Bayrhammer am 24.04.1993 starb, standen die Synchronisationsarbeiten für den Film erst noch bevor. Da es nicht möglich war, die fehlenden Ton-Szenen aus der Fernsehserie einzusetzen und der Originalton von den Dreharbeiten zu viele Störgeräusche enthält, wurde Meister Eder in diesem Film von Wolf Euba synchronisiert.
In den Kinos lief der Film dann am 24.03.1994 an und mit der Verleihfirma von Disney dahinter wurden in vielen Sprachen synchronisierte Versionen weltweit gezeigt.

Beschreibung Kinofilm: Pumuckl und der blaue Klabauter

 Serie: Pumuckls Abenteuer vor


PumucklsAbenteuer
Regisseur Imo Moszkowicz. Pumuckl Making Of, ARD 2002.
Die Geschichte Pumuckl sollte weitergehen, aber an eine Fortsetzung von Meister Eder und sein Pumuckl war nach dem Tod von Gustl Bayrhammer nicht zu denken. Also wurde an den Plot aus Pumuckl und der blaue Klabauter angeknüpft, und Pumuckl sollte zusammen mit seinem neuen Freund, dem Schiffskoch Odessi, neue Abenteuer erleben. Dafür wurde der Autor und Dramaturg Michael Hatry engagiert, der zusammen mit Ellis Kaut (oder in Anlehnung an ihre Motive - das lässt sich anhand der blosen Listung der Namen im Abspann nur raten) eine 13-teilige Serie von Schiffsreiseabenteuern für den kleinen Kobold schrieb.
Neben Towje Kleiner war auch wieder Schauspieler Wolfgang Völz mit von der Partie, wie im Blauen Klabauter in einer Doppelrolle, als Odessis Freund Willibald, sowie als Stimme des blauen Klabauter. Letzterer hatte als zusätzliche Animationsfigur in zwei Folgen wieder einen Auftritt. Zum ersten mal war auch Pumuckls Stimme, Hans Clarin, in einer Pumucklproduktion vor der Kamera zu sehen, als Kapitän des Schiffes. Dieser hatte somit wie Völz eine Doppelfunktion als Schauspieler und Sprecher.
Vom Team der ursprünglichen Serie aus den 1980er Jahren sind neben Produzent Korytoswki nur noch einzelne Beteiligte wieder mit dabei, wie Maskenbildnerin Helga Gläser, Sachtricktechniker Stephan Schultze-Jena und, für den Stil ganz wichtig, Kameramann Horst Schier. Auch die Musik stammt wieder von Komponist Fritz Muschler.
Gedreht wurde bis 1997, nicht nur in München und auf dem kleinen Frachtschiff, sondern an verschiedensten Orten rund um das Mittelmeer, so in Israel (Haifa) im Juni 1995, Griechenland und Italien (Venedig).
Danach folgten die Animationsarbeiten in Budapest mit dem selben Team, das schon für Pumuckl und der blaue Klabauter gearbeitet hatte. Da die Firma Videovox, bzw. ihre Nachfolger, ständig im Umbruch waren, gründete Produzent Korytowski für den Abschluss der Animation kurzerhand eine eigene Firma in Budapest. So blieb eine Konstanz der Arbeiten unter der Regie von János Uzsák garantiert. Neben diesem waren bei Pumuckls Abenteuer, in der Hauptsache die beiden Animateure Lázló Ádám und Katalin Bánki dafür zuständig, dem Pumuckl (und dem blauen Klabauter) mit realistischen Bewegungsabläufen Leben einzuhauchen. Die Hauptarbeit dabei war wie vorher Handarbeit und auch um das Colorieren der geschätzt über 100000 Animationsfolien von Hand führte kein Weg herum. Trotzdem wurde für verschiedene Zwischenschritte hier zum ersten Mal bei einer Pumucklproduktion auch auf Computerhilfe zurückgegriffen.
Nach der Nachvertonung kam die neue Serie erstmals im August 1999 im Kinderkanal ins Fernsehen.

Serie: Folgenübersicht Pumuckls Abenteuer

 Kinofilm: Pumuckl und sein Zirkusabenteuer vor


Das Drehbuch für den dritten Pumuckl-Kinofilm hat Ellis Kaut zusammen mit ihrer Tochter, Ursula Bagnall, geschrieben. Nach der Schiffsreise-Rahmenhandlung in Pumuckls Abenteuer sollte dabei wieder die ursprüngliche anheimelnde Konstellation des Kobolds mit einem neuen Eder entstehen. Da lag es nahe, dass ein entfernter aber gleichnamiger Verwandter in jedem Sinne das Erbe von Franz Eder antreten sollte. Diese Figur nach dem Tod von Gustl Bayrhammer, mit dem sie zu sehr verbunden ist, neu zu besetzen wäre undenkbar gewesen. So spielte denn Hans Clarin, der Mann, der dem Pumuckl seit 1962 seine Stimme verliehen hatte, nun als Restaurator Ferdinand Eder einen entfernten Vetter des Schreiners Franz Eder.
Gegen Ende der Vorbereitung zu diesem Film, im August 1999, starb der Chef der Firma Infafilm, Produzent Manfred Korytowski an einem Herzinfarkt, was nicht nur dem Projekt dieses Filmes einen herben Schlag versetzte. Trotzdem begannen unter Leitung seiner Frau Tita Korytowski und dem ausführenden Produzenten Konstantin Schirk anfang Herbst 1999 die Dreharbeiten. An etwa 40 bis 50 Drehtagen entstand das Rohfilmmaterial für Pumuckls Zirkusabenteuer. Für den Anschluss an die alte Serie wurde vor einer Werkstatt in der Kiesstraße in München Giesing eine Kulisse als Fassade der alten Schreinerwerkstatt aufgebaut, da das Originalgebäude bereits 1985 abgerissen worden war. Dort sammelt Ferdiand Eder brauchbare Habseligkeiten seines verstorbenen Vetters und den Pumuckl ein, und bringt alles zu seiner eigenen Werkstatt. Für die späteren Dreharbeiten im Zirkus war der Zirkus Barelli extra angereist und für drei Wochen auf dem Olympiagelände aufgebaut worden.
Szenentest
Bildmitte: Hans Clarin, rechts: Regisseur Peter Weissflog mit Pumucklpuppe. Pumuckl Making Of, ARD 2002.
Aufwändig wie bei allen Pumucklproduktionen gestaltete sich die Kombination von Real- und Animationsteil. So mussten wieder alle Objekte, mit denen der Pumuckl agieren sollte, an unsichtbaren Fäden realistisch bewegt werden, Scheinwerfer dafür stets so eingestellt werden, dass die Fäden auch wirklich unsichtbar blieben und nicht glänzten. Das spritzende Wasser, als der Kobold erzürnt in einer Pfütze tobt, wurde z.B. mit zahlreichen Druckluftschläuchen und Düsen erzeugt, die man im trüben Wasser versenkt hatte. Als Plotvorlage für die Animation der Figur wurden alle Einstellungen in denen Pumuckl auftaucht zusätzlich zum "leeren" Realfilmteil, auch nochmal auf Videoband aufgezeichnet, wobei Regisseur Peter Weissflog eine Pumucklpuppe so entlang bewegte, wie der gezeichnete Kobold ins Bild gesetzt werden sollte.
Die Animationen dieses Films wurden von einem großen Animationsstudio in Polen durchgeführt, die in früheren Zeiten z.B. auch Lolek und Bolek gezeichnet hatten, oder den Maulwurf aus der Sendung mit der Maus. Animationsregie führte Marek Burda, der zusammen mit Krzysztof Kijak auch Hauptanimator war. Das einzige, was dabei noch Handarbeit war, waren die Umrisslinien des Pumuckl, also die eigentliche Bewegungsanimation. Die Farbgebung und die Kombination mit dem Realfilm erfolgten nach dem Einscannen der Umrisslinien vollständig im Computer. Die Kommunikation zwischen dem Animationsstudio in Polen und Regisseur und Produzent in Deutschland lief dabei hauptsächlich per Email. War eine Animationszene entworfen, wurde sie als kurzes digitales Video nach Deutschland gemailt und von dort gingen dann wiederum per Mail Korrekturwünsche zurück. Der fertige Film entstand so vollständig im Computer und musste, für die Vorführung in den Kinos, danach komplett wieder auf Film belichtet werden. Diese Arbeit übernahm eine schweizer Spezialfirma, die Swiss Effects Film GmbH in Zürich.
Hans Clarin hatte sich zu der Zeit einer Operation an den Stimmbändern unterziehen müssen, und ihm wurde von den Ärzten dringend abgeraten, den Pumuckl zu synchronisieren. Nachdem die Synchronisation deshalb immer weiter hinausgezögert worden war, schließlich aber doch erfolgen musste und Clarin vorerst dafür nicht zur Verfügung stand, wurde in einem Stimmencasting Kai Taschner ausgewählt, den Kobold zu sprechen. Es war eine Stimme gesucht worden, die Clarins Kobold nicht immitiert, aber doch dem Stil möglichst nahe kam. Leider hatte man dabei wohl zu sehr auf die krähende, kreischende Koboldstimme geachtet, so dass Pumuckl in diesem Film recht laut und hyperaktiv wirkt und die früher auch vorhandenen ruhigen Töne fehlen. Auch die Assistenz von Hans Clarin bei der Regie der Synchronisation konnte das nicht ändern.
Nach der Verzögerung durch die geänderte Pumucklstimme, sollte der Film eigentlich im Jahr 2002 in die Kinos kommen, das jedenfalls kündigte Regisseur Peter Weissflog im Making Of zum Film im Mai 2002 noch an. In diese Pläne hinein fiel dann die heiße Phase der aus der Presse bekannten juristischen Auseinandersetzungen um die Urheberrechte an der bildlichen Darstellung der Figur Pumuckl. Bis hier so weit eine Einigung erzielt war, dass die Bedingungen, unter denen der Film starten konnte, geklärt waren, ging ein gutes Jahr ins Land. Endgültiger Kinostart war somit erst am 16.10.2003.

Beschreibung Kinofilm Pumuckl und sein Zirkusabenteuer

 Pumuckls filmerische Zukunft vor


Wie und ob überhaupt die Film-Geschichte Pumuckl weitergehen wird, ist derzeit sehr ungewiss. Anfang 2009 wurde vom Universal Label Karussell eine DVD-Box mit der kompletten ersten Staffel der alten Fernsehserie angekündigt. Aufgrund der ungeklärten Rechtslage ist diese aber bislang nicht erschienen. Bevor nicht in allen derartigen Punkten eine Klärung erfolgt ist, wird wahrscheinlich auch niemand neue Produktionen mit dem Kobold angehen.
Ellis Kaut wies in früheren Jahren mehrfach darauf hin, dass von den von ihr verfassten Geschichten noch etwa 30 Stück bei Infafilm bereitliegen, die verfilmt werden könnten. Sollte dies tatsächlich eines Jahres geschehen, dürfen wir gespannt sein, wer das schwere, wenn nicht fast unmögliche Erbe von Hans Clarin als Pumuckls unvergleichliche Stimme antreten wird. Auch bleibt die Frage, ob der Handlungsrahmen der Geschichten an eine etwas andere Eder-Figur angepasst würde. Mit dem letzten Kinofilm Pumuckls Zirkusabenteuer wurde ja schon einmal gezeigt, wie das möglich wäre. Die Figur des Schreinermeister Franz Eder wird jedenfalls auf alle Zeit dem großartigen Gustl Bayrhammer vorbehalten bleiben. In einem Interview mit Stern.de gab Ellis Kaut an, dass der Zirkusabenteuer Film ursprünglich auch als Auftakt für eine 13 teilige Fernsehserie geplant war. Unter anderem aufgrund des Todes von Produzent Manfred Korytowski seien diese Pläne aber wieder komplett eingeschlafen.
Vor einer weiteren Serie mit dann ggf. adaptierten Hörspielgeschichten in einer Schreinerei o.ä. könnte möglicherweise ein vollkommen anderer Pumuckl-Film stehen. In einem anderen Interview erwähnte Ellis Kaut erste Überlegungen zu einem Film, der Pumuckls Geschichte vor seiner Zeit beim Schreinermeister Eder aufgreift. Anlass sich darüber Gedanken zu machen hatte sie aufgrund der oft gestellten Frage, wo der Kobold denn her komme, sicher genug. Wenn, so erzählte Ellis Kaut, sollte die Geschichte auf einem Schiff spielen, auf dem Pumuckl ein Paar (von Amerika ?) nach Deutschland begleitet.
 Realisation und Technik der Serie Meister Eder und sein Pumuckl vor


Tricktechnik
Animationsfolie.
Die große Herausforderung bei der Produktion der Pumucklserie war die Kombination aus Real- und Trickfilm, und damit auch der Punkt, der die Serie zu einer der bis damals teuersten deuschen Fernsehproduktionen machte.
Der erste Part dieser Herausforderung betraf Gustl Bayrhammer, der sich beim Drehen mit einem Kobold von 20cm Körpergröße unterhalten musste, der nicht da war. Anfangs wurden für Bayrhammer noch Blickpunkte geschaffen damit er wusste, wohin er bei Unterhaltungen mit Pumuckl schauen sollte. Nach kurzer Zeit war das aber unnötig und Bayrhammer hatte es perfekt drauf, zwischen seiner gespielten Schreinerarbeit, der Umgebung und dem imaginär in der Szene vorhandenen Kobold hin und her zu blicken, wie man das in einem natürlichen Gespräch so tut. Pumuckls Textpart übernahm beim Drehen Regisseur Ulrich König als Dialogpartner für Gustl Bayrhammer. Daneben musste Bayrhammer sein unsichtbares und substanzloses Gegenüber aber ebenso einfangen, hochheben und von diversen Leimtöpfen befreien, so, dass seine Bewegungen mit der späteren Animation zusammen völlig natürlich wirken.
Tricktechnik
Sichtbarer Faden.
Der zweite Teil der Herausforderung musste vom Trick- und Kamerateam gelöst werden: Nasse Fußstapfen müssen entstehen wenn Pumuckl unsichtbar durch eine Pfütze tappt, Stifte müssen an unsichtbaren Fäden hängend malen oder schwebende Bücher umgeblättert werden. Neben Kameramann Horst Schier waren dafür bei den Dreharbeiten der ersten Staffel in erster Linie der Realanimator Esteban Zajtai und in der zweiten Staffel Stephan Schultze-Jena für den Sachtrick zuständig. Wichtig war auch immer die Beleuchtung so auszutarrieren, dass die unsichtbaren Fäden auch unsichtbar blieben und nicht im Scheinwerferlicht glänzten. Ansonsten sind die Fäden im Film sichtbar, wie hier rechts passiert in dem Bildausschnitt aus der Folge Der erste Schnee. In der Mitte ist senkrecht nach oben der Nylonfaden zu erkennen, mit dem der Tricktechniker den Pumuckl seinen Schneewagen ausleeren lässt.
Um anschließend an die Dreharbeiten des Realteiles, auch den Pumuckl ins Bild zu bekommen, waren fünfeinhalb Jahre lang bis zu 100 Trickzeichner beschäftigt. Federführend bei dieser Arbeit war Animator Béla Ternovszky. Ihm verdanken wir die ausdrucksstarke Leichtigkeit, mit der sich der Pumuckl nahtlos in den Realfilm einfügt und der neben Hans Clarins Stimme durch Mimik und Körpersprache den Charakter des Kobolds formte.
Hand
Fehler bei der Kombination Realfilm-Animation in Pumuckl und die Schule bei 3:10 min.
In den Studios der Pannonia-Film Budapest wurden zuerst die Umrisse der Gegenstände und des Hintergrundes aus jedem Einzelbild des Realfilms auf Folie übertragen. Diese dienten dann als Vorlage um den Pumuckl passend zu den realen Bildern hüpfen, herumtollen und Sachen bewegen lassen zu können. In diese Umrisslandschaft hinein entwarf Béla Ternovszky die Pumuckl-Animation und zeichnete dafür Schlüsselstellungen der einzelnen Bewegungsphasen des Kobolds. Diese wurden dann auch für die Zwischenbilder vom Animationsteam vervollständigt und zu ersten Testsequenzen auf Film abgelichtet. Passte der Gesamteindruck des Bewegungsablaufs wurden die Umrisslinien sauber auf Animationsfolien übertragen und von der Rückseite her coloriert. Jedes so gezeichnete Einzelbild des Pumuckls musste mit dem dazugehörigen Realbild zusammengefügt werden. Dazu wurde jeweils das Bild des Realfilms von hinten auf eine Mattscheibe projiziert und die daraufgelegte Animationsfolie von oben beleuchtet. Gemeinsam wird so Realbild und Folienzeichnung auf einen neuen Film "abfotografiert". Helligkeit und Kontrast beider Teilbilder müssen dabei oft mehrmals neu abgestimmt werden, bis sie zusammenpassen. In der Folge Pumuckl und die Schule ist in einem Einzelbild bei etwa 3:10 min versehentlich die Hand zu sehen, die die Folie einlegt (gefunden von Fabian Del Priore.).

Tricktechnik
Realfilmaufnahme - schwebendes Straußenei. Making Of, BR ~1982.
Animation
Animation durch Béla Ternovszky. Making Of, BR ~1982.
Malen
Colorierung. Making Of, BR ~1982.

 (technische) Daten zur Serie Meister Eder und sein Pumuckl vor


Produzenten der Fernsehserie, wie in den Presseberichten des BR angegeben:

Die erste Staffel "Pumuckl" ist eine Koproduktion des Bayerischen Rundfunks (aus eigenen Mitteln und Mitteln der Bayerischen Rundfunkwerbung) mit INFA-FILM Manfred Korytowski, München, HUNGAROFILM/PANNONIA, Budapest, und EMI TV, Köln.
Federführende Redaktion: Familienprogramm
Trick: Pannonia, Budapest

Zusammengefasst mit der zweiten Staffel enthält der weitere Pressebericht folgende Informationen:

Pumuckl ist eine Koproduktion des Bayerischen Rundfunks mit dem Österreichischen Rundfunk und Hungaro/ Pannonia Filmstudios Budapest.
Hergestellt von Infafilm GmbH Manfred Korytowski im Auftrag des Bayerischen Rundfunks.

Aus den Pressemitteilungen des BR zur Sendung der ersten Staffel 1982 und zur Wiederholung beider Staffeln 1992 erfahren wir auch veschiedene technische Daten. Sie sind nicht ganz schlüssig, aber man bekommt einen Eindruck von den Größenordnungen:

zur ersten Staffel (26 Folgen, je 24 min):
  • 75 000 Meter Negativfilm für Realszenen
  • 18 200 Meter Länge der fertigen Serie
  • 10 500 Schleifen für Synchronisation der Dialoge
  • 4800 Schleifen für Geräuschvertonung
  • 1,5 Mio. Einzelzeichnungen auf Folien für die Animation
  • 150 Trickzeichner
  • 1200 Phasen (Folien) max. pro Minute Zeichentrick
Daten zur fertigen Serie (52 Folgen)
  • 235 Drehtage
  • 7.500 Meter Negativfilm für Realszenen (Anmerkung: für die 1. Staffel wurde das Zehnfache angegeben)
  • 240.000 Meter Magnettonmaterial der fertigen Serie
  • (240.000 Meter Filmmaterial insgesamt)
  • 10.500 Schleifen für Geräuschvertonung
  • 1,5 Mio. Folien für Zeichentrick
  • 150 Trickzeichner
  • 8.000.000 Einzelzeichnungen (Anmerkung: eher 800 000)
  • 130 Schauspielerinnen und Schauspieler
Wenn man davon ausgeht, dass eine Pumucklfolge ca. 23min lang ist, es 52 Stück gibt, eine Minute 60 Sekunden hat und je Sekunde 25 Bilder zu sehen sind, kommt man auf knapp 1.8 Mio Einzelbilder. Schaut man sich die Aufnahmen allerdings im Einzelbildlauf an, so wird man feststellen, dass eine Pumucklzeichnung fast immer doppelt, in zwei aufeinanderfolgenden Filmbildern verwendet wurde. Der Bewegungsablauf der Koboldsfigur ist also eigentlich etwas weniger flüssig als der Realfilm, was jedoch praktisch nie auffällt. Damit waren alledings auch nur halb so viele Zeichnungen notwendig, wie Filmbilder vorhanden sind. Außerdem ist Pumuckl auch nicht die ganze Zeit über im Bild. So kommt man leicht auf die 800 000 Einzelzeichnungen.


Copyright- und Urheberrechtshinweis: mehr Details im vorImpressum
Dies ist eine private Pumuckl-Fan-Homepage. Pumuckl von Ellis Kaut, Lizenz bei der Buchagentur GmbH. Originalentwurf Pumucklfigur von Barbara von Johnson, Darstellungen von Béla Ternovszky, Brian Bagnall, Barbara von Johnson. Pumuckl ist ein Hörspiel des BR, eine Fernsehserie des BR und INFAFILM. Buchrechte bei Lentz Verlag, München, vertreten durch Kosmos Verlag, Stuttgart. Fizzibitz von Ellis Kaut ist ein Hörspiel des WDR.
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