|
|
In Anlehnung an die
Pumucklfigur
der Buch- und Hörspielillustrationen von
Barbara von Johnson
entwickelte
Béla Ternovszky
bei Panonia Film Budapest
eine für die Animation geeignete Variante des Kobolds.
Wichtig für die verwendete Hinterglasmaltechnik war dabei z.B. eine
weitestgehend geschlossene schwarze Umrisslinie der Figur.
Die erste Animationsprobe mit dieser Figur entstand laut
Regisseur Ulrich König
am 23.09.1978 (zwei Tage nach der Geburt von dessen Tochter).
Im Jahr 1979 wurden u.a. als Probelauf für die Serie zuerst (52 ?)
kurze
TV-Spots
mit
Gustl Bayrhammer
als Meister Eder und dem animierten Pumuckl
für die Bayerische Rundfunkwerbung produziert.
Sie zeigen ca. 1 Minute kurze, lustige Abenteuer von Eder und Pumuckl.
In dieser Form war 1981 erstmals die heute bekannte Filmversion
des Pumuckl in den Pausen des Werbefernsehen zu sehen.
In der Folge wurden 1980 und 1982 noch zwei weitere Staffeln
solcher Spots für die Rundfunkwerbung produziert.
Separate Seite über die Pumuckl-Spots
Von 1978 bis 1979 entstanden die Drehbücher für die erste
Staffel Pumuckl, laut Serienabspann in Zusammenarbeit von Ellis Kaut
und Ulrich König.
Erster Drehtag mit
Gustl Bayrhammer
als Eder vor der Kamera war dann der 04.09.1979,
wobei unklar ist, ob sich diese Angabe auf Dreharbeiten zur Serie oder auf
den ersten Drehtag überhaupt bezieht, der dann wohl eher den Drehstart
der ersten Spot-Staffel markierte.
Unterscheiden lassen sich die Spots von der ersten Serienstaffel
in Bezug auf Gustl Bayrhammer sehr gut anhand von dessen Haaren,
die in den ersten Spots kein bischen Grau zeigen und Bayrhammer noch eher
an seine vorige Rolle, den Tatort-Kommissar Veigl, erinnern lassen.
In der Bayrhammer-Biografie erzählt
Ulrich König
über die Diskussion, wie der Eder gespielt werden sollte, dass er
Gustl Bayrhammer als Idealbesetzung dafür Albert Schweitzer
nannte (Anmerkung: Wenn man
Bilder von Schweitzer
sieht, versteht man auch warum.).
Bayrhammer soll darauf geantwortet haben, dass könne er nicht.
Aber dann ließ man ihm von der Maskenbildnerin die Haare weißeln
und er verwandelte sich vom Tatortkommissar in den großväterlichen
Schreinermeister Eder.
Schlafzimmer in Folge 5 ...
|
... und in Folge 17.
|
Laut Infafilm-Homepage wurden die Folgen der ersten Staffel in
zwei Blöcken zu je 13 Folgen aufgeteilt und 1979 bzw. 1980 produziert.
Auch in den BR-Presseberichten findet sich als Drehzeitraum der ersten Staffel
1979-1980.
Am Anfang der Folge
Die geheimnisvollen Briefe,
sieht man sogar eine Tageszeitung mit dem erkennbaren Datum
"Donnerstag, 17. April 1980".
Die Drechslereiszenen der Folge
Der erste April
wurden zwischen dem 29. und 31.10.1979 (Mo-Mi) gedreht.
Die Daten dieser drei Tage finden sich auf drei Autogrammkarten
von Gustl Bayrhammer, Willy Harlander und Volker Prechtl,
die P. Seiler damals bekommen hatte.
Daneben fällt auf, dass die
Einrichtungsgegenstände
in Eders
Wohnung zwischen verschiedenen Folgen der ersten Staffel wechseln.
Manche der Folgen (z.B.
16. Der große Krach
und
17. Der große Krach und seine Folgen)
dürften zusammen mit den
Pilotfilm-Folgen
gedreht worden sein.
Dort gab es insbesondere eine andere Küchen- und
Schlafzimmereinrichtung.
Möglicherweise wurde also tatsächlich in zwei Blöcken
gedreht und jeweils neue Kulissen bereitgestellt.
Es gibt die Anekdote, dass der Kamera-Assistent, Marius Ludwig, bei der
Produktion der ersten Staffel der
Pumucklspots den Zoom der Kamera beschädigte
("fallen ließ"), weshalb die komplette Pumucklserie mit
einer einzigen Festbrennweite gedreht wurde.
In der Tat gibt es keine einzige Einstellung mit Brennweitenänderung,
was sehr zum angenehm ruhigen, beschaulichen Stil der Produktion beiträgt.
Danken wir Herrn Ludwig also für dieses Missgeschick.
Laut Ulrich König hatte das Team beim Drehen gar kein festes
Drehbuch vorliegen, sondern improvisierte teilweise anhand der
Buch- bzw. Hörspielvorlagen den Text.
Viele der menschlich-komischen Einlagen entstanden so einfach
versehentlich und wurden belassen oder sogar ausgebaut, wie
z.B. die Szene mit Helmut Fischer, der als Arzt in der Folge
Die abergläubische Putzfrau
durch die falsche Tür abgeht und dann im Kreis
herumlaufend wieder bei Bayrhammer landet.
Gedreht wurde meist am Mittag und frühen Nachmittag,
nachdem sich das Team von "neun bis elf"
besprochen hatte, wie die Szenen am Tag abgedreht werden sollen.
Wenn Gustl Bayrhammer allein vor der Kamera stand und sich mit
dem im Film später sichtbaren, beim Dreh aber fehlenden Pumuckl
unterhielt, spielte Regisseur Ulrich König als Gesprächspartner
für Bayrhammer den Kobold.
Den dabei entstandenen Text interpretierte dann
Hans Clarin
als Pumuckl zweimal neu.
Ein erstes Mal, nachdem die Serie bis 1981 geschnitten worden war,
damit die Sprechbewegungen des später gezeichneten Klabauters
an den Text angepasst werden konnten.
Die Produktion des Zeichentrickteils folgte dann bis 1982
in den Pannonia-Filmstudios in Budapest
(dazu unten mehr).
In ihrer Biografie erzählt Ellis Kaut von der abenteuerlich Fahrt im Wohnmobil
Ende September 1978 zusammen mit ihrer Tochter nach Budapest.
Im damals kommunistischen Ungarn wollten sie die Trickfilmarbeiten ansehen,
als gerade die ersten, noch schwarz-weißen Pumucklanimationen
geprobt wurden.
Gustl Bayrhammer und Hans Clarin im Synchronstudio. Pumuckl Making Of, BR ~1982
|
1981 bis 1982 wurde die Serie schließlich im Studio vollständig
nachsynchronisiert.
Dabei wurden alle Rollen neu vertont.
Die Tonaufnahmen vom Drehort enthalten normalerweise so viele
Störgeräusche, dass sie für die fertige Produktion nicht
zu gebrauchen sind.
Manche der Schauspieler, insbesondere die Kinder, wie z.B. die
Zwillinge in den
Urlaubsfolgen
oder Eders Nichte Bärbel in
Eder bekommt Besuch
wurden aus verschiedenen Gründen von anderen Leuten gesprochen.
Rosl Mayr
starb während des Synchronzeitraums, so dass sie sich nur noch in
Der erste April
selber spricht; in
Der rätselhafte Hund und
Auf heißer Spur aber von
Anton Feichtner synchronisiert wurde.
Daran sieht man insbesondere auch, dass die Folgen keinesfalls in
der Reihenfolge produziert wurden, in der sie schließlich
gesendet wurden, da Der erste April die letzte Folge der
ersten Staffel ist.
Wie bei den Neuaufnahmen der
Hörspiele
auch, improvisierten Clarin und Bayrhammer als Pumuckl und Eder oft ihren
Text bei der Synchronisation, so lange sie nicht an die
Lippenbewegungen gebunden waren.
Das führte unter anderem oft dazu, dass beide ihr Gespräch
am Ende der Folge nicht beendeten, sondern in den Abspann hinein
weiterquatschten.
Meist entwickelten sie das Gesprächsthema vom Schluss der Folge dabei
weiter, reden z.B. darüber, was sie nun als Brotzeit essen.
Gelegentlich gehen sie aber auch auf den Abspann selber ein und
witzeln über die gelisteten anderen Mitwirkenden.
Fernsehstart war dann am 24.09.1982 im BR und zwei Tage später in den ARD.
Gleichzeitig mit der ersten Staffel war der "Pilotfilm"
Meister Eder und sein Pumuckl
produziert worden, der am 02.04.1982 als Kinofilm anlief.
Für diesen Film wurden Szenen aus
4 Folgen
verwendet, wobei jedoch manche Szenen neu gedreht worden waren, um
einzelne Rollen (wahrscheinlich auf Wunsch der Filmverleihfirma ?)
mit bekannteren Schauspielern zu besetzen.
Für die ganz Interessierten haben wir einen szenenweisen
Vergleich von Pilotfilm und Serie.
Zumindest der Pilotfilm ist in zahlreichen Ländern erschienen.
Von Infafilm selber wurde er sowohl in Portugiesisch als auch in Hebräisch synchronisiert.
In beiden Fassungen wird der Pumuckl von Kindern gesprochen.
Daneben gibt es eine französisch synchronisierte Version, eine
englische (?), eine griechische und eine spanische.
Auch in Korea und Skandinavien war der Film zu sehen, ob synchronisiert oder
in einer untertitelten (englischen?) Version ist aber nicht sicher.
Aber auch für die Serie gibt es inzwischen viele Belege zu synchronisierten
Versionen.
Bekannt sind derzeit Griechisch, Ungarisch, Persisch, Spanisch, Dänisch, ... (to be continued).
Zwei Bemerkungen noch zum Abspann bzw. Vorspann:
Da es hin und wieder interessant zu sein scheint, z.B. bei der
Erstellung eigener Cover durch Fans, sei gesagt, dass der Abspanntext
in der Schriftart Herkules gesetzt wurde.
Es gibt davon eine Version von
Dieter Steffmann,
die für die Privatanwendung frei
hier
heruntergeladen werden kann.
Seit der Wiederholungen der Pumucklserie im Jahr 2009, nach mehreren Jahren
Pause aufgrund des Rechtsstreits um die Figur, ist der Vorspann der Serie
um den Schriftzug
Original-Entwurf Pumuckl-Figur Barbara von Johnson
erweitert worden.
Beschreibung Kinofilm Meister Eder und sein Pumuckl
Serie: Folgenübersicht erste Staffel
|
|