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Fortlaufende Hörbuchreihe




Allgemeines zur CD-Reihe
  Bisher erschienene Hörbücher: 01, 02, 03, 04, 05, 06, 07, 08. 09, 10.

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    Das äußere Design
Die CDs kommen in schmalen Hüllen mit Kartondeckel und Kunststoffeinsatz. Das ist zwar deutlich weniger bruchanfällig als reine Kunststoffhüllen aber bei Beschädigung auch schwieriger zu ersetzen, da die Cover und Begleittexte direkt auf die Deckel gedruckt sind. Im Gesamtdesign sind die CD-Cover einerseits modern und schwungvoll, mit neuen Illustrationen von Barbara von Johnson andererseits aber auch definitiv an die klassischen Buchcover angelehnt. Der Pumuckl trägt dabei bislang im Mittel in 2 von 3 Fällen die seit der Fernsehproduktion üblichen Farben: grüne Hose und gelbes Hemd zu seinen roten Haaren. Damit trifft sich auch im Design in gelungener Weise Klassisches mit Modernem, wie sich die originalen Buchtexte mit dem populären Medium des Hörbuchs auf CD getroffen haben.

    Auswahl, Technik, Preis
Bislang sind zwanzig Geschichten auf zehn CDs erschienen. Nach den beiden ersten Geschichten aus dem ersten Buch, die erzählen wie der Pumuckl zum Meister Eder kam und beginnt sich beim Schreiner einzuleben, wurden verschiedene, oft dem jeweiligen Erscheinungsdatum angemessene Geschichten (Weihnachtsgeschichten, Oster- und April-Folge, etc.), ausgewählt. Auch wenn die Geschichten einer CD bisher immer auch aus einem der Buchbände stammen, so wurde doch inzwischen auf fast alle Bände zurückgegriffen. Damit wurde wieder einmal eine neue Reihenfolge der Geschichtenveröffentlichung eingeführt.
Obwohl die meisten der modernen CD-Spieler Track-Titel auslesen und anzeigen können, wird diese Möglichkeit doch bei erstaunlich wenig CD-Produktionen verwendet. Hier wurden zwar bei etlichen Folgen Track-Titel mit auf den CDs untergebracht, jedoch nicht für alle Tracks und auf der ersten CD auch mit erheblichen orthographischen Schwächen. Teilweise wurden im Weiteren wohl unbesehen die teils kryptischen Filenamen der Masteraufnahmen auf die CDs übernommen.
Und noch ein kleiner Wermutstropfen: Mit knapp 10 Euro pro CD, also für jeweils zwei Geschichten von zusammen gut einer Stunde Spieldauer, rangieren die Lesungen eher in der Preisklasse von Hörspielen denn von Hörbüchern.

 Hörbuch 1 vor


Hoerbuchcover 1
Cover von Hörbuch-CD 1, Illustration von Barbara von Johnson.
CD 1, Laufzeit 65:27 min (ISBN 978-3-8032-3510-7)



Diese beiden Geschichten bilden als einzige wirkliche Konstante in allen Pumuckl-Geschichtenreihenfolgen stets den Beginn der jeweiligen Reihe. Unvermeidlich, erzählen sie doch auch den Anfang der Abenteuer vom Meister Eder und seinem Pumuckl: wie es geschah, dass der Kobold für den Schreinermeister sichtbar wurde weil er an dessen Leimtopf kleben blieb, und wie Pumuckl mit vielen Hindernissen zu einem Bett in der Schreinerwerkstatt kam. Damit stehen diese Geschichten nun auch als Hörbücher am Anfang einer (hoffentlich langen) Reihe einer medial neuen Form der Pumucklgeschichten. Inhaltlich sind sie zum Glück mit den von Ellis Kaut verfassten Romanversionen völlig identisch, und so gehören auch die beiden erklärenden Kurzkapitel über Kobolde und Koboldsgesetze mit auf die erste Hörspiel-CD.
Mit diesen beiden Geschichten bekamen die Pumucklfans auch gleich zu Beginn die Gelegenheit, Stefan Kaminskis stimmliches Repertoir erleben zu dürfen. Eders Stammtischbesuch in der ersten Geschichte und die Verfolgung des Bettes bis ins Kinderzimmer in der zweiten Geschichte sorgen dafür, dass es hier überdurchschnittlich viele verschiedene Charaktere stimmlich mit Leben zu füllen gilt - verglichen mit manch anderer Pumucklgeschichte, in der nur einzelne Personen zu Besuch in die Werkstatt schauen.

 Hörbuch 2 vor


Hoerbuchcover 2
Cover von Hörbuch-CD 2, Illustration von Barbara von Johnson.
CD 2, Laufzeit 72:58 min (ISBN 978-3-8032-3511-4)



Auf der zweiten Hörbuch-CD wurden zeitgleich mit der ersten im Herbst 2008 zwei zur Jahreszeit passende Geschichten veröffentlicht. Darin darf Pumuckl erleben, dass aus Schnee in der Werkstatt eine Pfütze wird und was es bei den Menschen mit den Weihnachtsgeschenken auf sich hat, von denen der Beschenkte zuvor nichts erfahren darf damit sie eine Überraschung sind. Genug Stoff also um beim Kobold für reichlich Verwirrung zu sorgen. Kein Wunder also, dass er in überschießender Begeisterung einen Jungen aus dem Vorderhaus zum vermeintlichen Schneeballwerfer macht und beim geheimen Geschenkbasteln vergisst, was Eders Leimtopf für einen Kobold bedeutet.

 Hörbuch 3 vor


Hoerbuchcover 3
Cover von Hörbuch-CD 3, Illustration von Barbara von Johnson.
CD 3, Laufzeit 72:25 min (ISBN 978-3-8032-3512-1)



Kurz vor Ostern 2009 erschienen zwei weitere Hörbuch-CDs, die erste hiervon wiederum mit jahreszeitlich passenden Geschichten. So darf Pumuckl mit Eder an Ostern dessen Schwester und Familie besuchen und dort dem Osterhasen versteckender Weise unter die Arme greifen. Wie schon auf den ersten beiden CDs überzeugt auch hier Stefan Kaminski durch einen sehr angenehmen und lebendigen Lesestil und läuft als Pumuckl zu echter Hochform auf, als der Kobold weinend dem Meister Eder mitteilt, dass er selbst vergessen hat, wo sich das letzte Osterei befindet.
Für eine der besten Geschichten werden Pumuckl und Meister Eder von dessen Stammtischbrüdern quer durch München in den April geschickt auf der Suche nach einem weiteren Kobold. Am Ende zahlen Eder und Pumuckl es Eders Freunden heim und veranstalten eine gelungene Zaubernummer. Wie in Geschichte 1 füllt Stefan Kaminski auch hier die Handwerker wieder stimm-charakterlich mit Leben.
Das Cover ziert diesmal ein Pumuckl in blau-roter Kleidung, also anders als auf den bislang drei anderen CD-Hüllen nicht in Fernsehserienfarben.

 Hörbuch 4 vor


Hoerbuchcover 4
Cover von Hörbuch-CD 4, Illustration von Barbara von Johnson.
CD 4, Laufzeit 56:34 min (ISBN 978-3-8032-3513-8)



Die beiden Geschichten der zweiten CD vom Frühjahr 2009 spielen beide ausschließlich in der Werkstatt, so dass man hier auf's Telefonieren und unterschiedliche Besucher wie Putzfrau und Kunden angewiesen ist, damit Stefan Kaminski sich nicht auf Erzähler, Pumuckl und Eder beschränken muss. Wiederum macht es viel Spaß, ihm dabei zuzuhören, und auch wenn man Pumuckl am Anfang jeder Geschichte immer noch ein wenig als piepsig empfindet, finden wir Kaminskis Pumuckl nach wie vor als das Beste, was wir jenseits von Clarin in dieser Richtung bislang hören konnten. Die runden und eher tiefen Töne sind jedenfalls unglaublich überzeugend. Beim Telefonieren gibt es ein extra "Schmankerl" in dieser Hinsicht, als nun auch noch Pumuckl wiederum seine Stimme tief verstellt um einen Eder vorzuspielen.
Nach all dem Lob noch ein etwas schräges technisches Detail: Mit dieser CD, die sich selbst übrigens "pumuckl CD 4" nennt, erfahren wir etwas über die Qualität der Musikaufnahme. Nachdem der stets identische Vorspann-Track auf den vorigen Hörspiel-CDs schon mit "Pumuck Musik" und "PumIntroFullNewVoice09.L" betitelt war läuft hier nun "pumuckl vorspann stereo" über das Display des CD-Spielers. Da wir stark hoffen, dass die Reihe fortgesetzt wird, sind wir gespannt, wie der Titelmusik-Track auf der nächsten CD heißen wird.

 Hörbuch 5 vor


Hoerbuchcover 5
Cover von Hörbuch-CD 5, Illustration von Barbara von Johnson.
CD 5, Laufzeit 67:03 min (ISBN 978-3-8032-3514-5)



Im September 2009 erschienen zwei weitere Hörbuch-CDs, angeführt von den beiden ersten Geschichten aus dem Buchband 7 (Pumuckl und Puwackl). Bis auf zwei oder drei unbedeutende Einzelworte hält sich der Text wie schon bisher buchstabengetreu an die Buchvorlagen von Ellis Kaut. Und ebenso wie bisher ist es wieder sehr angenehm und macht sehr viel Spaß, Stefan Kaminski beim Vorlesen, oder sollte man besser sagen beim Vorspielen, zuzuhören.
Die Geschichten vom Geburtstag und vom Puwackl sind stilistisch ziemlich unterschiedlich, und "Pumuckl und der Geburtstag" eine unserer Lieblingsfolgen, da es hier streckenweise recht "schräg" zugeht und sich Pumuckl mehr oder weniger einem Fremden offenbart. Schon die Story selbst um Pumuckls Verwirrung angesichts menschlicher Geburtstagsrituale ist sehr witzig angelegt. Eine Verwirrung die Eder und sein Geburtstagsgast Herr Gerstl, der selbst auch Geburtstag hat, zunehmend teilen, weil Pumuckl sich selbst und einen weiteren vorgeblichen Kobold von Herrn Gerstl spielt. Unterdessen lässt uns Stefan Kaminski miterleben, wie Eder und besonders Herr Gerstel mit jedem Glas vom mitgebrachten Geburtstagssekt sukzessive betrunkener werden.
Gänzlich anders entwickelt sich die Stimmung der zweite Geschichte, als Meister Eder beschließt, eine Pumuckl-ähnliche Marionette zu schnitzen. Zuerst sprüht Pumuckl noch vor boshafter Eifersucht, die sich durch den Schreck angesichts des lebensgroßen, bewegten, hölzernen Puwackl in panische Angst verwandelt. Besonders der Part, als Pumuckl - mit Schere gegen die Fäden bewaffnet - auf die Suche nach der Marionette geht, ist so stimmungsvoll gelesen, dass man glaubt, direkt neben dem kleinen Kobold durch die nächtliche Wohnung zu schleichen, um dann plötzlich seinem großen aber endlich leblos-wehrlosen Widersacher gegenüberzustehen. Aber auch dieses Wechselspiel der Gefühle löst sich, als am Ende Eder und Pumuckl doch noch viel Spaß am gemeinsamen Spiel mit der Marionette finden.

 Hörbuch 6 vor


Hoerbuchcover 6
Cover von Hörbuch-CD 6, Illustration von Barbara von Johnson.
CD 6, Laufzeit 57:41 min (ISBN 978-3-8032-3515-2)



Auch die zweite, im September 2009 erschienene Pumuckl-Hörbuch-CD enthält zwei erste Geschichten aus einem der Bücher (Band 2, Pumuckl spukt weiter). In diesem Fall sind es die dem beginnenden Herbst angepasst ausgewählten Folgen vom Schnupfen und vom Wollpullover. Vorweg gibt es auch das von Pumuckl durcheinander geworfene Vorwort des Buches zu hören. Die beiden Geschichten sind genau das Richtige, um das Wetter eines schmuddeligen Herbstabends von einem lauschigen Platz auf dem Sofa aus zu genießen.
Das war so lauschig und so angenehm vorgelesen, dass ich beim ersten Durchhören den ganzen Teil mit Dr. Schredlbach tatsächlich verschlafen habe, obwohl ich ja eigentlich eine Rezension dazu schreiben sollte. Ein guter Beweis, dass nach einem aufreibenden Arbeitstag nichts besser entspannt als eine Pumucklgeschichte in Kaminskis Hörbuchfassung. Und weil es dazu nötig ist, dass der Vortrag fesselnd genug ist, um die Alltagsgedanken erstmal zu verdrängen und den Zuhörer mit in die Geschichte zu nehmen, hoffe ich, dass das niemand fehlinterpretiert! Denn das täte dem lebendigen Lesestil zutiefst unrecht. Außerdem wird es hier richtig spannend, weil sich Eder immer mehr in Schwierigkeiten redet, und Dr. Schredlbach ihn für zunehmend unzurechnungsfähig hält, während der Schreiner doch eigentlich ganz dringend dafür sorgen muss, dass der kranke Pumuckl endlich in seinem Bett bleibt. Zum Glück kann man ja CDs (noch) immer wieder anhören und so konnte ich mich im zweiten Durchlauf dann auch an Kaminskis leicht kauzigem Dr. Schredlbach erfreuen.
Die zweite Geschichte ist eine lose Fortsetzung, in der Pumuckl zwar wieder gesund ist, aufgrund der kälter werdenden Tage aber zunehmend friert. So setzt Eder alles mögliche in Gang um einen wärmenden Wollpullover für seinen Kobold zu bekommen. Hinsichtlich der Lesetechnik besonders hervorzuheben ist hier die Hannelore, die die beiden dreiviertel-Pullover Nummer zwei und drei strickt. Wenn man nicht wüsste, dass Stefan Kaminski der einzige Sprecher ist, könnte man fast glauben, dass hier tatsächlich ein junges Mädchen redet.
Abschließend noch einen kurzen Blick auf die Track-Infos, die sich in ständiger Variation langsam zu einem running-gag der CD-Serie entwickeln: Nach Hörbuch-CD5, die als einzige gar keinen CD-Text enthält, meldet sich CD6 hingegen brav mit "Pumuckl CD6". Die Titelmusik, das Vorwort und fast alle Tracks zeigen als Namen ein "-----", nur die jeweils ersten Tracks der beiden Geschichten stellen sich mit "pumuckl und der schnupfen" und "der wollpullover" in Kleinschreibweise korrekt vor.

 Hörbuch 7 vor


Hoerbuchcover 7
Cover von Hörbuch-CD 7, Illustration von Barbara von Johnson.
CD 7, Laufzeit 73:17 min (ISBN 978-3-8032-3516-9, ASIN: 3803235162)
Erschienen: 06.04.2010



Für die Gräfin zur Linden ist Meister Eder der Fachmann für die Reparatur alter Möbel. Und so bringen ihr Chauffeur und ihr vornehmer Diener Jakob eine Kommode mit Intarsien in Eders Werkstatt. Begeistert von Eders Schilderung der gräflichen Wohnung lässt sich der Pumuckl mit der Kommode zusammen abholen und macht sich über Schwerter, Uhrensammlung und Ritterrüstung her. Als Eder seinen Kobold wieder haben will, der Diener den Spuk aber dem Geist des ermordeten gräflichen Urahnen Ägidius zuschreibt, treffen zwei inkompatible Weltbilder aufeinander. Aber Pumuckl kann den Diener mit sehr unvornehmen Streichen schließlich doch davon überzeugen, dass er unmöglich ein gräflicher Ahne sein kann.
Mit dieser und der folgenden wurden zum fünften Mal (bei bislang acht erschienenen CDs) die beiden ersten Geschichten eines der elf Pumucklbücher von Ellis Kaut für eine Hörbuchveröffentlichung ausgewählt. Schön an dieser Zusammenstellung ist wieder, dass es sich um zwei stilistisch sehr unterschiedliche Episoden handelt. In der ersten treibt Pumuckl als Schlossgespenst seinen Schabernack außerhalb der Werkstatt und darf das Gefolge der Gräfin triezen. Dadurch treten unterschiedliche Personen in Erscheinung und Stefan Kaminski kann beim Vorlesen neben Eder und Pumuckl auch bei den beiden Frauen (Gräfin und Köchin Marie) und dem Diener sein stimmliches Repertoir unter Beweis stellen. Der Diener ist sehr schön alt-schnorrig und besonders anfangs passend leicht hochnäsig näselnd, und wird dann angesichts von Pumuckls Streichen später zusehends wackliger. Die Gräfin lernen wir stimmlich als etwas ältere Dame kennen, die Köchin lautstark und energisch. Nachdem Eder herumgepoltert hat, um in der gräflichen Wohnung den Pumuckl zu rufen, kommt es zum Geschichtenabschluss zu einem reinen Kobold-Schreiner-Dialog, der uns auf die Konstellation der zweiten Geschichte einstimmt.
Diese zweite Geschichte um eine Findelkatze wird nämlich hauptsächlich von emotionsstarken Dialogen zwischen Eder und Pumuckl getragen und spielt ausschließlich in der Werkstatt, bzw. Eders Küche. Schon das Finden der Katze ist sehr rührend vorgelesen. Auf dem Weg in die Küche klingt dann der Kobold auch schnell wütend, fast agressiv, vor Eifersucht und Futterneid auf die Katze. Überhaupt versteht es Kaminski sehr gut, Pumuckls Stimme die entsprechenden Stimmungen und Emotionen mit zu geben besonders auch bei den tiefen und weinerlichen Tönen. Viel Gelegenheit dazu gibt es bei den langen Pumucklmonologen dieser Geschichte. Als witziges Intermezzo darf der Kobold auch noch "Alle Vögel sind schon da" singen, damit Eder die maunzende Katze nicht hört, die Pumuckl in der Küchenschrankschublade eingesperrt hat. Durch Eders Standpauke wird er dann jedoch schnell kleinlaut und einsichtig, schließlich auch traurig, was sich erst zögerlich löst, als die Besitzerin ihre Katze letztendlich doch wieder bekommt.
Insgesamt wirken beide Geschichten etwas gleichmäßiger vorgelesen, ohne dass man dadurch den früher beschriebenen Drive vermisst, der durch die schnellere Sprechweise und die diese ausgleichenden Pausen entstand.
Diese CD kommt übrigens gänzlich ohne Track-Infos.

 Hörbuch 8 vor


Hoerbuchcover 8
Cover von Hörbuch-CD 8, Illustration von Barbara von Johnson.
CD 8, Laufzeit 62:24 min (ISBN 978-3-8032-3517-6, ASIN: 3803235170)
Erschienen: 06.04.2010



Die erste Geschichte auf dieser achten CD der Hörbuchreihe ist eine der skurileren der Meister Eder und sein Pumuckl Reihe. Ellis Kaut schildert hier, was passiert als Pumuckl und Eder die Rollen tauschen, ein Traum, den wohl viele Kinder in Bezug auf die Erwachsenen einmal träumen. Erwartungsgemäß ist der Kobold als Pumeister nach anfänglichem Spaß an der Sache doch bald ziemlich überfordert. Als Edermuckl gibt ihm der Schreiner in Reimform immer wieder Tipps, was er machen sollte, damit das Chaos zwischen Kundenbetreuung, Mittagessen und Waschen nicht zu schnell weiter zunimmt. Die Dialoge sind lange nicht so emotionsgeladen wie in der vorherigen Hörbuchgeschichte mit der Katze. Die Geschichte lebt vielmehr von der Situation an sich, in die sich Eder und Pumuckl durch ihren Rollentausch hier hineinmanövriert haben. Mit nur einem Kunden als Nebenfigur konnte sich Stefan Kaminski in dieser Folge somit etwas zurücknehmen, den Eder-Pumuckl-Stimmwechsel hat er inzwischen sowieso astrein d'rauf. Herauszustellen ist einzig die Stelle als Pumuckl - wie ähnlich schon in der Telefongeschichte - mit tief verstellter Stimme zu dem Kunden redet. Eder und Pumuckl halten trotz aller Widrigkeiten lange hartnäckig an ihren Rollen fest. Pumuckl um zu zeigen dass er dem Pumeister-Sein gewachsen ist, und Eder um ihm zu beweisen, dass das Leben als verantwortlicher, großer Mensch vielleicht doch eine zu große Herausforderung für einen kleine Kobold darstellt. Aber letztlich müssen beide einsehen, dass es doch besser ist, wenn Eder sich um die Kunden und das Essen kümmert und Pumuckl um die Gedichte.
In der zweiten Geschichte begegnet uns Stefan Kaminski dann wieder in verschiedensten Rollen. Zuerst hören wir einem etwas ältere Gasmann zu, der beim Zählerablesen dem Schreiner von den Problemen wegen der betrügerischen falschen Gasmänner berichtet. Nachdem Pumuckl dann die diebische Vertreterin Frau Risslinger in die Werkstatt ließ, und die Hausmeisterin dem Eder von diesem Besuch berichtet hat, folgen wir Kobold und Schreiner in die Stadt um das Diebesgut - Eders goldene Taschenuhr - zurück zu holen. Auch ein zuvorkommend besorgter Nachbar kann die Dame nicht davor bewahren, von einem Kobold mit Schreiner gnadenlos überführt zu werden. Und als sie weinend ihre Missetat eingesteht und um ihren Job als Vertreterin bangt, läuft Stefan Kaminski stimmlich zur Hochform auf dieser CD auf. Mit dem glücklich geretteten Erbstück seines Vaters kehren Meister Eder und sein Pumuckl zurück in die Werkstatt und Frau Risslinger wird angesichts der gespenstischen Scherbenmenge in ihrer Wohnung so schnell nichts mehr mitgehen lassen.
Auch diese zweite im Frühjahr 2010 veröffentlichte Hörbuch-CD enthält sehr zu unserer Enttäuschung keinen CD-Text (vgl. Kommentare zu früheren CDs weiter oben).
 Hörbuch 9 vor


Hoerbuchcover 9
Cover von Hörbuch-CD 9, Illustration von Barbara von Johnson.
CD 9, Laufzeit 69:00 min (ISBN 978-3-8032-3518-3)
Erschienen: 29.10.2010



Wieder saisonal passend erschien Ende Oktober 2010 die neunte CD aus der Hörbuchreihe mit einer vorweihnachtlichen Thematik in der zweiten Geschichte. Vielleicht weil es an deren Anfang eine Überleitung von der im Buch vorhergehenden Geschichte Meister Eder bekommt Besuch gibt, beginnt das Hörbuch aber erst einmal mit dieser und wir lernen einen Teil von Eders Familie kennen. Eders Schwester mit ihrer Tochter kündigen sich zu einem Besuch an, was den Pumuckl natürlich kein bischen begeistert. Entsprechend lässt uns Stefan Kaminski an Pumuckls Unwillen teilhaben. Dass Kaminski die Geschichten mit so gut verteilten Rollenstimmen liest, dass es mehr Hörspiele sind kennen wir ja schon, aber auch in dieser Folge dürfen wir uns über ein spezielles Stimmenschmankerl freuen. Bärbel klingt tatsächlich wie von einem Kind gesprochen, und noch in dieser Stimmlage bringt Kaminski alle Gefühlsnuancen 'rüber, die im Laufe der Geschichte anfallen: Das Eingeschüchtert-Sein als sie glaubt, dass die Erwachsenen sie für schuldig an Pumuckls Chaos halten; Ärger und Traurigkeit über die von Pumuckl runtergeworfene Puppe; die Begeisterung für Eders Pumucklgeschichte, so dass sie den Kobold in Schutz nimmt, ihm Bonbons schenkt und unbedingt auch sehen können will. Dafür verteilt sie dann nachts in der Werkstatt Alleskleber, und Pumuckl muss sie vor der Kälte retten als sie auf dem Boden einschläft. Am Ende schließt auch der Kobold die kleine Nichte so sehr in sein Herz, dass er verhindern will, dass die beiden wieder abreisen ...
Nachdem Eder Pumuckls Unwissenheit zum Thema Nikolaus beseitigt hat fühlt sich der Kobold (als nicht-Kind) für unantastbar und bringt seine Sicherheit vor dem Sack durch ein wenig Chaos in der Werkstatt und große Sprüche zum Ausdruck. Kaminskis Stimmrepertoir scheint wirklich unerschöpflich zu sein. In einer kurzen Szene hören wir ihn als zwei Buben die tatsächlich verschiedene Jungenstimmen bekommen und später wird er zur alten Kramerin, die Eder in ein Nikolauskostüm steckt. Als solcher will der Schreiner dem Pumuckl seine Flausen austreiben und so darf Kaminski auch noch einen Eder spielen, der wiederum seine Stimme verstellt, um dem Kobold einen unbekannten, polternden Nikolaus zu geben. Mit Erfolg, wie man an Pumuckls kleinlautem Gestotter hören kann, bis er schließlich mit dem Nikolaus vereinbaren kann, dass dieser den Meister Eder fragt ob er nicht doch auch etwas Gutes über seinen Kobold zu sagen wüsste.
Besonders in der zweiten Geschichte spielt Kaminsky die Charaktäre noch intensiver als ich es aus den vorherigen Hörbuchfolgen in Erinnerungen habe. Nicht nur die Stimmen der einzelnen Rollen erhalten ihre situationsbedingten Färbungen und Ausdruck, dazwischen finden sich vermehrt auch Töne und Geräusche die im Text des Buches keine Entsprechung haben, wie Schluchzen, Zähneklappern, Wimmern oder Eders Atemlosigkeit nachdem er den Kobold verfolgt hatte.
Das musikalische Titelthema der Hörbuchreihe wurde am Ende dieser CD in einer sehr schönen, längeren Jazzversion variiert. Auch bei dieser Hörbuchfolge wurde der CD-Text wieder eingespart. Schade eigentlich. Aber wen interessiert schon die Titelanzeige auf dem CD-Player, wenn man Kaminski-Pumuckl-Vorlesen genießen will, denn das macht immer wieder einmalig viel Spaß!
 Hörbuch 10 vor


Hoerbuchcover 10
Cover von Hörbuch-CD 10, Illustration von Barbara von Johnson.
CD 10, Laufzeit 58:08 min (ISBN 978-3-8032-3519-0)
Erschienen: 29.10.2010



Beide Geschichten auf der zweiten im Oktober 2010 erschienenen Hörbuch-CD sind wiederum aufeinanderfolgende Geschichten aus dem selben Band der Buchreihe. Die Verbindung zwischen beiden Folgen ist das Thema 'Geburtstag', auch wenn es in keinem der beiden Fälle um einen echten Geburtstag geht.
In der ersten Geschichte ist wieder Eders Schwester zu Besuch, allerdings allein, und sie kocht ihrem Bruder unter anderem einen Schokoladenpudding, der Pumuckl in höchstes Entzücken versetzt. Verglichen mit der Interpretation der Schwester durch Stafan Kaminski in Meister Eder bekommt Besuch klingt sie diesmal eher wie Eders ältere Schwester, in der früheren Folge wie eine jüngere Schwester. Sehr schön skuril und passend amüsant interpretiert sind die langen Dialoge wenn Schreiner und Kobold diskutieren wer wann warum unbedingt wieder einen Schokoladenpudding für den Kobold machen muss. Nachdem Pumuckl seinen Eder darauf verpflichtet hat ihm zum Geburtstag einen Pudding zu kochen, stehen beide am nächsten Tag in der Küche und ergänzen sich hervorragend dabei, statt Pudding ein großes Chaos und angebrannte Schokomilcheier zu produzieren. Weil das dem Kobold sogar noch besser schmeckte als der Pudding von Eders Schwester, will er kurze Zeit später wieder einen und macht sich selbst ans Werk. Bevor Pumuckl in der Küche so richtig in Fahrt kommt, kommt Frau Eichinger hinzu. Die Putzfrau rettet die Milch und bereitet, trotz aller Hürden, die ihr der Kobold in den Weg stellt, für Eder einen einwandfreien Schokopudding zu. Den macht Eder dem Kobold durch leichtes Anbrennen noch etwas schmackhafter, bevor er Pumuckl vor das Küchenfenster aussperrt und ihm zur Strafe für das unerlaubte Kochen und das Eichinger-Ärgern eine Standpauke hält und dabei den Pudding vor der Nase wegisst.
Der Vortragsstil von Kaminski ist mit den letzten beiden Folgen wieder noch etwas angenehmer geworden, der Lesefluss gleichmäßiger, wirkte er in den ersten Hörbüchern doch teils etwas sprunghaft. Beim Mitlesen einiger Passagen im Buch ließ sich feststellen, dass sich die Texte weiter eins zu eins entsprechen. Ganz vereinzelt nur finden sich Wortänderungen, Wortdreher oder eingeschobene Seufzer, um die gesprochene Sprache flüssiger zu gestalten.
In der zweiten Geschichte stellt Eder fest, dass der Pumuckl genau ein Jahr bei ihm ist, und schenkt ihm zu diesem "Geburtstag" ein aufziehbares Auto. Der Pumuckl ist hörbar gerührt darüber, dass der Schreiner sich über seine Anwesenheit in diesem Jahr doch mehr gefreut als geärgert hat und muss die ein oder andere Träne herunterschlucken. Nachdem sie gemeinsam eine Weile gespielt haben fährt der Kobold mit dem Auto, trotz Eders Verbot, raus auf die Straße. Dort stolpert auch prompt eine ältere Dame über das Spielzeug. Diese ältere Dame bekommt von Kaminski einen deutlichen bayerischen Zungenschlag und stänkert wundervoll schräg krächzend zwei Buben an, denen das Auto wohl gehören muss. Fast erinnert sie ein wenig an Rosl Mayr. Beim Abgang der Frau wird der Buchtext auch ausnahmsweise einmal etwas ergänzt und sie poltert noch eine Weile fluchend vor sich hin. Den Buben bleibt fast nichts anderes übrig, als das Auto mitzunehmen, erfolglos vom Pumuckl getriezt, gezwickt und verfolgt. Zurück in der Werkstatt wird auch Kaminski als Pumuckl mal etwas schriller, da der Kobold erbost und verzweifelt sein Auto wieder haben will und Eder ihm helfen soll. Was dem natürlich nicht im Traum einfällt. Also wischt Pumuckl doch wieder zu den Jungen und stellt deren Zimmer auf der Suche nach dem Auto auf den Kopf. Die bringen es derweil zum Hof zurück, wo Eder sie von dem Fundstück erlöst. Mit dem Auto in der Schublade kann der Schreiner letztlich den Pumuckl dazu bringen alles, was er in seinem Auto-Verlust-Ärger herumgeworfen hat, wieder aufzuräumen, und der "Geburtstag" geht einträchtig zu ende.
Scheinbar hat man sich angesichts der etwas verunglückten Track-Texte auf den ersten CDs entschlossen, die weiteren Hörbuchalben ohne zu produzieren. Jedenfalls war es das vierte in Folge ohne Track-Infos.

Copyright- und Urheberrechtshinweis: mehr Details im vorImpressum
Dies ist eine private Pumuckl-Fan-Homepage. Pumuckl von Ellis Kaut, Lizenz bei der Buchagentur GmbH. Originalentwurf Pumucklfigur von Barbara von Johnson, Darstellungen von Béla Ternovszky, Brian Bagnall, Barbara von Johnson. Pumuckl ist ein Hörspiel des BR, eine Fernsehserie des BR und INFAFILM. Buchrechte bei Lentz Verlag, München, vertreten durch Kosmos Verlag, Stuttgart. Fizzibitz von Ellis Kaut ist ein Hörspiel des WDR.
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